Leitbilder für Inkompetenz
Letzten Montag bekomme ich Spam Post, nämlich den Newsletter der Wirtschaftskammer, Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. Meine Interessensvertretung, an die ich durch eine Zwangsmitgliedschaft gebunden bin. Es geht dabei um eine Einladung zum Euroforum Communication mit anschliessendem Medien ChillOut, genaue Information erschliesst sich jedoch erst durch das Öffnen des beigefügten Pdf´s. Das sind jene Veranstaltungen bei denen sich das institutionell organisierte Werbepack und deren Vertreter gegenseitig sonst wohin kriecht. Für einen Anerkennungsbeitrag von 10 EU ist man auch schon mit von der Partie und kann sich dann diverse Kommerzialräte und sonstige Titelträger von innen ansehen. Nicht das mich das jetzt brennend interessiert. zumal die Anmeldefrist ohnehin bereits einen Tag vor Erhalt der Mail abgelaufen ist. Würde ich mich jedoch anmelden wollen, müsste ich beigefügtes Pdf ausdrucken, ausfüllen und faxen. Richtig gelesen, FAXEN. Mehr Inkompetenz in der Betreuung seiner zahlenden Mitglieder geht schon gar nicht. Oder? Doch, das geht.
Auf eine Anmeldung verzichte ich, die Frist ist ja eh schon um, nicht jedoch verzichte ich auf die Abbestellung des unaufgeforderten Newsletter. Ich ersuche darin um das Löschen meiner Mailadresse aus allen Verteilern und informiere die Verantwortlichen, ein Kommerzialrat und ein Geschäftsführer, über die Gründe dafür. Reaktion darauf, Null. Wahrscheinlich auch besser so.
Heute, Mittwoch, erreicht mich ein weiterer Newsletter der Fachgruppe InkompetenzWerbung und Kommunikation, Trotz Abmeldung. Gleiches Blabla, erweitert bloss um den nachdrücklichen Hinweis besagte Veranstaltung zu besuchen. Wahrscheinlich bekommen Sie die Veranstaltung einfach nicht voll. Die Anmeldefrist ist übrigens immer noch abgelaufen.
Das sind also die Vertreter meines Berufsstandes. Das könnte man bei einer Fachgruppe Blumenbinder oder Maroniröster vielleicht grad noch durchgehen lassen.

