EINVOLL
Artikel

23.7.08

21:05
~
Michael Holzer
~

Bemerkenswertes aus der digitalen Welt

Glaserei

Anfang der 90er, damals als Rechner mit 80 mb Festplatte schon State Of The Art waren, erfreute mich allmonatlich die vorletzte Seite von Tempo. Ein gewisser Peter Glaser unterzog dort in seiner Kolumne »Glasers heile Welt« der technischen Lebensart jener noch Internetfreien Zeit einer amüsant kritischen Begutachtung.

Glaser über Glaser: “1957 als Bleistift in Graz geboren, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden; lebt als Schreibprogramm in Berlin”

In zwei Videointerviews beim elektrischen Reporter, bespricht er die Anfänge des Computerzeitalters aus seiner Sicht. Mit poetischem Witz und so, dass auch Nicht-IT-ler nicht jedes zweite Wort sich ergooglen müssen. Und jetzt bloggt er. Das Design, wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann, ist unterirdisch. Ok, da muss man durch. Aber dafür gibts ja eh RSS.

Wir sehen uns in die Glaserei »

9.5.08

1:07
~
Michael Holzer
~

Informationskompetenz

Stefan Niggemeier, freier Medienjournalist schreibt in seinem Artikel bei Zeit-Online über die Macht des Internets und die Ohnmacht der klassischen Medien:

Viele Argumente gegen die neuen Publikationsformen im Netz beruhen auf der Annahme, dass sich in dem ganzen Gewusel gute Informationen überhaupt nicht durchsetzen können. Doch darin steckt eine Geringschätzung des Publikums. Einiges spricht dafür, dass die Menschen Qualität als solche durchaus erkennen können. Das mag bei einer wachsenden Auswahl schwierig erscheinen – bei fehlender Auswahl war es das aber umso mehr. Und all den Schlamm, in dem die Trüffel stecken, werden wir lernen zu ignorieren.

9.5.08

0:31
~
Michael Holzer
~

Barfuss im Netz

Klingt wie ein Filmtitel, ist aber keiner. Vielmehr habe ich die meiste Zeit unseres Workshops so verbracht. Vier Tage Wissensvermittlung über zeitgemässe Kommunikationsformen gemeinsam mit Rita und Christiane von Sonnos.

Vier besondere Tage.

Im Internet, speziell im Web 2.0 ist technologisches Wissen zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Viel wichtiger ist ein Verständnis für Begriffe wie Informationskompetenz oder Social Networking. Das lässt sich nicht allein am Laptop vor dem Beamer vermitteln, dafür braucht es ein anderes Setting. Das Geheimnis dieses Workshops sind die wechselnden Erfahrungsräume. Kommunikation auf verschiedensten Ebenen: Vorträge, Gesprächsrunden, RappelZappel-Körperübungen und gemeinsames Arbeiten im Projektblog gestalten den Semiarablauf. Und das inmitten herrlicher Natur und bei frühsommerlichen Temperaturen. Was will man mehr.

7.4.08

12:19
~
Michael Holzer
~

So geht das*

*unser Jüngster, wenn er grundlegende Mechanismen seiner Welt entdeckt.

Letzte Woche habe ich begonnen in unserer Blogroll aufzuräumen, Leichen raus und wirklich Wesentliches rein. Ist nicht viel übriggeblieben, aber Quantität war ohnehin nie mein Fokus. Frisch reingenommen in unsere Blogroll und verlinkt habe ich Amadelio, ein Videoblog das ich seit über einem Jahr verfolge. Amadelio zeigt geradlinig gefilmte Interviews mit Künstlern und anderen Menschen die inspirierend Meinung vertreten.

Blogs haben es so an sich, dass Sie untereinander kommunizieren. Soll heissen, wenn ich einen Link auf eine andere Seite setze, bleibt das dort nicht unbemerkt. Und so kam es, dass ich einen Tag nach der Aktualisierung meiner Blogroll feststellte, dass nun auch Amadelio mit einem Link auf unsere Seite verwies. Unter der Überschrift “Wichtiges und Beliebtes” findet man nun den Link zu Einvoll in prominenter Nachbarschaft gleich unter Christoph Schlingensief. Da kommt Freude auf. Noch mehr Freude dann, beim Lesen des alt-Textes “Form follows Function“.

Liebes Amadelio, Danke!

29.3.08

23:53
~
Michael Holzer
~

Kostet fast nix.

XING, die Plattform für Businesskontakte, ist das Vorzeigemodell für den 2.0 Hype und den Einsatz von Social Software und präsentiert sich auch sonst vielerorts als eierlegende Wollmilchsau. 2003 gegründet, mit kolportierten 2.65 Mio Mitgliedern bietet die Plattform, bei richtiger Anwendung, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil in der Aquise und bei der Pflege bestehender Kontakte. Es gibt dabei zwei Anmeldungsmodelle: den kostenlosen Standardaccount mit eigener Profilseite und Suchfunktionen ohne Detailtiefe und das kostenpflichtige Premiummodell (5,95 €/Monat) mit voller Transparenz aller Abfragekriterien, Zugang zu umfangreichen Themengruppen und vielen weiteren Kommunikationsangeboten.

Ich mache immer wieder die Erfahrung dass XING unterschätzt wird. Gehört hat man vielleicht schon davon, aber wozu soll man sich das antun? Undurchsichtig, zu kompliziert argumentieren die Einen, kein Bedarf meinen Andere und vergessen dabei vorschnell dass es nicht nur um die Selfmarketing geht sondern auch um eine kraftvolle Informationsquelle über mögliche Partner, Mitarbeiter, Konkurenten oder Lieferanten.

Auf der anderen Seite kann man bei XING-Mitgliedern oft auch die gegenteilige Erfahrung machen, nähmlich eine starke Überschätzung der Möglichkeiten solcher Netzwerkcommunities. Durch eine Anmeldung allein ist es noch nicht getan, es braucht, wie im physischen Leben die eigene Aktivität und das Zugehen auf Kontakte. Mit dem Unterschied dass man im Internet bereits vor einer Kontaktaufnahme sehr viel über sein Gegenüber weiss, weit mehr als im realen Leben möglich wäre. In letzter Zeit bemerke ich aber auch vestärkt einen gewissen Aktionismus bei der Kontaktsuche. Anfragen von Personen mit oft mehreren Tausenden eigenen Kontakten oder Anfragen die einen Serienbriefartigen Anfragetext senden begegne ich von vorherein mit Vorbehalten.

Wirklich grosse Fehler werden aber oft in den eigenen Profilseiten gemacht: Nicht, oder falsch ausgefüllte Selbstdarstellung, kein persönliches Bild, keine regelmässige Aktualisierung, keine Information über das eigene Angebot, soll heissen die Felder ich biete/ich suche nicht ausgefüllt, keine, oder auch zuviele Kontaktmöglichkeiten und vor allem ein fehlender persönlicher Stil.

Ich persönlich begnüge mich ja mit einem Standardaccount, reicht in den meisten Fällen aus (wenn ich wirklich neugierig bin verwende ich den Premiumaccount meiner Frau ;-) Ich bin auch bei der Auswahl meiner Kontakte wählerisch. Ich finde Selektion gut, das schärft den Blick fürs Wesentliche. Das ist nicht anders als im realen Leben. Und wenn ich bedenke dass sich über XING echte Neukontakte mit Projektbeauftragungen ergeben haben, ist der Aufwand für Aktualisierung und Pflege meines Accounts der unter der Verzehrzeit eines mittelgrossen Latte Macchiatto liegt vernachlässigbar gering.

17.3.08

12:28
~
Michael Holzer
~

Bloggen macht glücklich

Für die Einen ist das Internet eine Brutstätte für Kriminalität und Kinderpornografie oder das Grundübel für Zeitverlust und Informationsüberflutung. Für Andere wieder ist es die blanke Überforderung. Sie wissen zwar dass sie eigentlich müssten, stehen sich aber dann doch wieder selbst im Weg. Es gibt aber auch Andere, für die ist es eine Herausforderung, oder noch besser, eine Möglichkeit. Das sind Jene, bei denen die Neugier siegt. Ein Solcher ist mein Vater.

Internet hat er seit mehreren Jahren und nach langem Intervenieren meinerseits ist er seit 2 Jahren auch stolzer Besitzer eines MacBooks. Der unlimitierte Zugang zu jeder Art von Information, ist für jemanden der Wissen aufsaugt wie ein Schwamm, die Offenbarung schlechthin. Ich bin mir sicher dass er einer der Premiumnutzer der Wikipedia und auch anderer Wissensbörsen ist. Seine Wanderungen, die ihn früher durch die österreichischen Alpen führten setzt er heute in Google Earth fort. Vor etwa einem Jahr bat er mich dann, ihm ein Weblog einzurichten indem er seine Gedanken niederschreiben konnte. Endlich, dachte ich, teilt er sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen.

Als Zeuge einer Zeit, die ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, erlebe ich durch sein Schreiben die Geschichte aus erster Hand und nicht durch den Filter subjektiv gesteuerter Medienredaktionen. Obwohl ich vieles bereits aus seinen Erzählungen kannte, bekommt mein Vater und seine Gefühlswelt auf einmal ein Gesicht. Nie würde man hinter diesen Zeilen einen 83-jährigen vermuten. Vor allem schreibt er ohne Absicht, er tut es einfach. Und je mehr er schreibt desto weiter taucht er in die Vergangenheit zurück und stellt fest, dass man sich dafür interessiert. Er schreibt über seine Zeit als 19-jähriger Soldat in Italien, die Tatsache vor Augen in Bälde an der Front verheizt zu werden. Er beschreibt das Ressentiment der italienischen Gastfamilie und wie es sich mit der Erkenntnis im gleichen Boot zu sitzen langsam in Gastfreundschaft und Zuneigung wandelt. Und er erzählt von Augusta und der aufkeimenden Liebe zwischen den beiden die aber ohne jede Perspektive für die Zukunft scheint. Das Schreiben im Weblog aber auch die Reflektion der Kommentare auf seine Beiträge spornen ihn an noch weiter einzutauchen in die eigene Geschichte. Und plötzlich passiert etwas Unglaubliches:

In einem Kommentar auf einen jener Artikel meldet sich ein mittlerweile in Lugano lebender Italiener, der aus der Gegend kommt und besagte italienische Familie kennt. Herrlich, nicht? Aber es kommt noch besser: Die beiden intensivieren Ihren Kontakt via Email, man schickt alte Fotos in beide Richtungen, und dann, letzten Sonntag Abend, läutet bei meinem Vater das Telefon. Eine dunkle, weibliche Stimme mit fremden Akzent fragt ob er wisse wer sie denn sei. Alles Raten ist zwecklos, zu unglaublich das alles zu erdenken. Denn es stellt sich heraus das hier Pierina, die jüngere Schwester der damaligen grossen Liebe Augusta, am anderen Ende der Leitung ist. Als würde sich ein Fenster öffnen das über ein halbes Jahrhundert verschlossen war. Über den Fortgang dieser Geschichte hoffe ich bald weiterlesen zu dürfen.

So sehr ich das Internet und Weblogs im Speziellen erforscht habe und geglaubt habe zu verstehen, habe ich erst jetzt mit ihm erlebt was alles entstehen kann wenn man sich authentisch mitteilt und die technologischen Möglichkeiten die einem heute geboten werden vorbehaltlos nutzt. Meine grösste Freude ist es mitzuerleben wie viel Spass es ihm macht und wie das seine eigene Lebensfreude unterstützt.

Vielleicht waren wir nicht immer füreinander da wenn wir es gebraucht hätten, aber dort wo sich unsere beiden Lebenslinien berührt haben sind immer die wesentlichen Bausteine meines Lebens gewachsen. Allein dafür gilt ihm der grösste Dank dem man seinem Vater gegenüber aussprechen kann. Und auch dafür zu allem eine Meinung zu vertreten.

14.3.08

13:48
~
Michael Holzer
~

Ist das Internet Underhyped oder Overhyped?

“Wenn du ein gutes Produkt hast, brauchst du kein Marketing mehr zu machen”.

Robert Basic in einem Interview von Martin Oetting über das Netzverständnis der Deutschen, Fehlerkultur, die Angst der Medien vor Blogs, und warum PR-Abteilungen noch viel lernen müssen um im Web ernst genommen zu werden.

Political total korrekt, obwohl während des Interviews geraucht wird.

Video bei Sevenload direkt ansehen »

16.10.07

19:39
~
Michael Holzer
~

Einblicke in einen Konzern

der die das - wer weiss das schon genau

Seit einiger Zeit angekündigt, ist der Daimlerblog heute online gegangen. Ob es jetzt der Blog oder das Blog heissen soll ist man sich zwar noch nicht so sicher, aber egal, der Duden lässt ja mittlerweile beides gelten. Irritierend ist auch die Fusszeile, die das Copyright DaimlerChrysler zuschreibt. Da war doch was, von wegen Verkauf oder so. Auch in der Blogroll findet man einen Link zum Chryslerblog. Scheinbar ist man sich in trauter Einigkeit noch ein wenig verbunden. Auch egal, solange der Stern noch glänzt…

Ich bin gespannt!

19.9.07

17:11
~
Michael Holzer
~

Leitbilder für Inkompetenz

Letzten Montag bekomme ich Spam Post, nämlich den Newsletter der Wirtschaftskammer, Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. Meine Interessensvertretung, an die ich durch eine Zwangsmitgliedschaft gebunden bin. Es geht dabei um eine Einladung zum Euroforum Communication mit anschliessendem Medien ChillOut, genaue Information erschliesst sich jedoch erst durch das Öffnen des beigefügten Pdf´s. Das sind jene Veranstaltungen bei denen sich das institutionell organisierte Werbepack und deren Vertreter gegenseitig sonst wohin kriecht. Für einen Anerkennungsbeitrag von 10 EU ist man auch schon mit von der Partie und kann sich dann diverse Kommerzialräte und sonstige Titelträger von innen ansehen. Nicht das mich das jetzt brennend interessiert. zumal die Anmeldefrist ohnehin bereits einen Tag vor Erhalt der Mail abgelaufen ist. Würde ich mich jedoch anmelden wollen, müsste ich beigefügtes Pdf ausdrucken, ausfüllen und faxen. Richtig gelesen, FAXEN. Mehr Inkompetenz in der Betreuung seiner zahlenden Mitglieder geht schon gar nicht. Oder? Doch, das geht.

Auf eine Anmeldung verzichte ich, die Frist ist ja eh schon um, nicht jedoch verzichte ich auf die Abbestellung des unaufgeforderten Newsletter. Ich ersuche darin um das Löschen meiner Mailadresse aus allen Verteilern und informiere die Verantwortlichen, ein Kommerzialrat und ein Geschäftsführer, über die Gründe dafür. Reaktion darauf, Null. Wahrscheinlich auch besser so.

Heute, Mittwoch, erreicht mich ein weiterer Newsletter der Fachgruppe InkompetenzWerbung und Kommunikation, Trotz Abmeldung. Gleiches Blabla, erweitert bloss um den nachdrücklichen Hinweis besagte Veranstaltung zu besuchen. Wahrscheinlich bekommen Sie die Veranstaltung einfach nicht voll. Die Anmeldefrist ist übrigens immer noch abgelaufen.
Das sind also die Vertreter meines Berufsstandes. Das könnte man bei einer Fachgruppe Blumenbinder oder Maroniröster vielleicht grad noch durchgehen lassen.

12.9.07

9:10
~
Michael Holzer
~

Trust

Wichtiges Thema, Schön umgesetzt.

Direkt bei Youtube gucken »