EINVOLL

26.2.07

23:26
~
Michael Holzer
~

Alles wird gut

7 Minuten vor Beginn der Design Präsentation ist meine Erinnerung darüber, womit ich mich in den letzten 2 Wochen beschäfigt am Nullpegel angelangt. Leerer Kopf. Und ich meine wirklich, wirklich leer. Ich erinnere mich nicht mal mehr daran, wie es sich anfühlt, nervös zu sein. Die Flüssigkeit die gerade in meiner Mundhöhle fehlt, scheint sich zur Gänze in meinen Handflächen und Achselhöhlen gesammelt zu haben. Und auch bei der 5. (oder 6.) Kontrolle funktioniert die Fernbedienung noch immer einwandfrei, wie sonst auch.

Räusper (hoffentlich machts die Fernbedienung), erster Screen (Puh!), erster Satz, Bingo. Maschine läuft, alles wieder da, wie wenn man den Lichtschalter umlegt.

Es gibt Tage, an denen flutscht es einfach. Herrlich das!

20.2.07

16:38
~
Michael Holzer
~

23.1.07

18:06
~
Michael Holzer
~

Michal Kosakowski

Videoinstallation Wait a Minute

Kunstschaffende zählen zu den schwierigsten Kunden die man als Designagentur haben kann. Entweder sie haben so konkrete Vorstellungen das sie eigentlich einen Reinzeichner oder Umsetzer benötigen oder aber sie haben null Ahnung darüber, dass auch für Künstler die Regeln eines Marktes gelten. Schliesslich leben auch sie davon, dass man ihre Arbeit bemerkt, und auch verkauft wird. Die wenigsten sind in der Lage zu vertrauen, die wenigsten können über den Tellerrand ihrer Motivation hinauszublicken, die wenigsten schaffen es dieselbe auf eine vermarktbare Ebene zu bringen. Ich erinnere mich noch gut daran, als wir uns vor nicht all zu langer Zeit entschlossen hatten, Künstler als Zielgruppe aus unserem Portfolio zu streichen. Der Aufwand an Überzeugungsarbeit stand in keinem Verhältnis zum eigentlichen Designprozess und raubte uns den Spass am Entwerfen. Aber wie das Leben eben ist, manchmal kommt dann doch alles ganz anders.

Mit dem polnischen Filmemacher Michal Kosakowski habe ich noch gemeinsam Agenturluft geschnuppert, er als Cutter für Werbefilme, ich als Konzeptionist für Internetportale. Damals war die DMC noch eine der Top-Screenagenturen hierzulande, um 2000 herum haben sich dann die meisten Kollegen in alle Winde zerstreut. Jahre später hat uns der Zufall wieder die Wege kreuzen lassen. Dabei zeigt er mir seine Filmprojekte und mir zieht´s fast die Schuhe aus. Seine Filme provozieren mit Themen wie Macht und Gewalt, er setzt sie in eine ästhetisch perfekte, visuelle Kunstsprache um, die stilübergreifend und unverwechselbar ist. Obwohl gar nicht darauf abzielend sind seine Filme hochaktuell und brisant. Sie gehen weit über das Erlebnis Leinwand hinaus, sind Teil einer räumlichen Konzeption und verstehen sich medienübergreifend.

Es hat zwar eine Zeit gedauert bis das gegenseitige Vertrauen ganz da war, aber dann hat´s gefunkt. Eine herrlich inspirierende Zusammenarbeit in der wir für ihn ein virales Kommunikationskonzept, Logo, Corporate Design, Bildsprache und Website entwickelt haben.

Sein neuestes Projekt heisst FORTYNINE zeigt 49 Kurzfilme in einer beeindruckenden Rauminstallation zum Thema Gewalt und Tod. Premiere ist am 15 Februar 2007 in der Lothringer 13 in München.

Das Design für Michal Kosakowski gibt es hier zu sehen »

14.1.07

12:24
~
Michael Holzer
~

Ein Versuch

Unsere 5 Gebote sind die Visualisierung dessen worum´s bei Einvoll in erster Linie geht, nähmlich um Kommunikation. Ich halte es gern mit dem Altmeister der Provokation, Oliviero Toscani:

Eine Arbeit ist dann am besten, wenn 50% sie super finden und 50% sie hassen.

Am schlimmsten sind die totale Anerkennung genauso, wie der totale Verriss, wahrscheinlich überhaupt alles was total ist. In der Unterschiedlichkeit der ausgesprochen Meinung erst entsteht der Austausch und folglich Kommunikation.

Genau darum ging es uns bei den 5 Filmen: Anregen zum Nachdenken, Dinge “einfach” von einem anderen Standpunkt aus betrachten. Manchmal sind wir in unserer Wahrnehmung so verstrickt das wir dem direkten Blick nicht mehr vertrauen. In allen fünf Filmen ist Wasser der Protagonist. Transparent, archaisch, erfrischend, belebend und erzählend:

#1 EINFACH
Wenn wir Projekte entwickeln stochern wir zu Beginn in einer dunklen Suppe aus Fakten, die sich allmählich klärt, bis sich zuletzt die transparente und einfachste Lösung präsentiert. Dieser Prozess des Filterns ist machmal ein Schneller, kann aber auch mal dauern.

#2 WERTVOLL
Da wo nichts verloren geht, entsteht die Wertschöpfung. Ein überlaufendes Gefäss das sich in einem Grösseren befindet, das sich wiederum in einem noch grösseren befinden (könnte).

#3 LEIDENSCHAFTLICH
Die Freude an der Sache, der Übermut, das Überschreiten von Grenzen, die Herausforderungen lassen uns immer wieder sprudeln. Und sind das Elixier in unserer Arbeit.

#4 UNKONVENTIONELL
Anders an Aufgaben rangehen, Verkehrt geschaut, Quer gedacht, und unkonventionell gemacht.

#5 EHRLICH
Wo 1,0 draufsteht ist auch 1,0 drin. Was wir versprechen, halten wir, und mehr.

8.1.07

12:36
~
Michael Holzer
~

5 Gebote

Die richtigen Bilder sagen meistens mehr als viele Worte, vor allem wenn es um die Darstellung schwer beschreibbarer Thematiken geht. Letzte Woche habe ich deswegen mit Michal an der Visualisierung unserer 5 Gebote, der Arbeitsweise von Einvoll, gearbeitet. Resultat sind die folgenden 5 Kurzfilme, die in Bälde hier zu sehen sein werden. Damit die Darstellung unseres Wertedenkens nicht in belangloses, und bereits an anderen Stellen 1000 Mal gelesenes Eigenlob abgleitet, sehe ich diese Art der Selbstdarstellung für Einvoll als den besten Weg unser Denken zu vermitteln. Feedback ist ausdrücklich erwünscht!

28.11.06

0:48
~
Michael Holzer
~

Peter Wolf

Anfang der 80er Jahre, als der Siegeszug der Compact Disc über das schwarze Vinyl begann, war ich noch meilenweit von einer Berufslaufbahn als Designer entfernt. Stattdessen bespielte ich als Verkäufer von High Fidelity Audioanlagen leidenschaftlich die meist tauben Ohren meiner Kundschaft. Die Lust am Gestalten entdeckte ich just beim Dekorieren eines Schaufensters für den ersten im Handel erhältlichen CD-Player. Unter dem Motto »Digitaler Durchbruch« liess ich das 2500 Euro schwere Gerät überaus dynamisch durch ein kunstvoll gefertigtes Loch gegen den staunenden Betrachter schweben. Aber so geil die neue digitale Gerätschaft auch war, konnte sie sich damals wie heute nicht im Ansatz mit dem schwarzen Vinyl messen.

Und als ich dann, ein paar Jahre später, den Hörberater an den Nagel hängte und durch einen glücklichen Umstand die Gelegenheit hatte, das Gestalten von der Pike auf zu lernen, war ich umso trauriger, denn für das Design von Tonträgern war nun die Bierdeckelgrosse CD das Mass der Dinge. Vorbei der Traum, jemals wieder, ein vergleichsweise monströses Artwork für ein Album zu entwickeln. Und heute? Gerade habe ich meine 500 CD´s digitalisiert, in Kartons verpackt, und für den Verkauf im Antquariat fertiggemacht.

Was das mit Peter Wolf zu tun hat?

augenmusik

Der heute 60-jährige Peter Wolf macht Musik seit er Denken kann. Mit 16 spielte er mit Fatty George und Karl Ratzer, später schrieb er Lieder und Arrangements für André Heller und Erika Pluhar. Mit 21 ging er in die USA, spielte u.a. mit Frank Zappa, schrieb Filmmusik für Pretty Woman und Top Gun. Nebenbei auch noch 8 Nr.1-Hits. 1999 und 2004 schrieb er Symphonien für die Linzer Klangwolke und ist spätestens seit Starmania als Produzent der Siegertitel hier wieder in aller Munde.

Um den austroamerikanischen Komponisten und Produzenten im europäischen Kulturumfeld besser positionieren zu können hat uns sein Management mit der Entwicklung einer Imagebroschüre für Peter Wolf beauftragt. Was lag also näher, als das Format der alten Vinyltonträger zu wählen, um den Musiker gebührend in Szene zu setzen. Das Projekt haben wir gerade abgeschlossen.

Ergebnisse sind hier zu sehen »

6.11.06

23:31
~
Michael Holzer
~

Frisches Designerblut für Down Under

Vor einigen Jahren stand vor mir ein sensibler, junger Mann und präsentierte mir seine grafischen Arbeiten. Liebevolle Kleinode, wunderschön gestaltete Illustrationen und gut durchdachte Artworks. Sein Talent war bemerkenswertes und nicht zu übersehen, nur er selbst hat wahrscheinlich am wenigsten davon wahrgenommen. Kurz zuvor hatte man ihm, trotz vorheriger Zusage, die Aufnahme an der Grafischen wieder abgesagt. Ein Umstand der ihm fast den Boden unter den Füssen weggezogen hat, aber eben nur fast.
Damals war er der schüchterne, kleine Bruder meiner damaligen Freundin, heute ist Sammy mein Schwager, und aus ihm ist ein Grosser geworden. Damals hat er bei kleinen grafischen Arbeiten bei uns ausgeholfen. Er war immer begeistert da, wenn Not am Mann war. Auf Sammy war einfach Verlass, seine Loyalität war beeindruckend und ausschlaggebend für unsere gute Zusammenarbeit in den letzten 4 Jahren. Gemeinsam sind wir durch alle Höhen und Tiefen des Agenturlebens marschiert, haben gemeinsam viel gelacht und auch geweint und viel, viel, viel von einander gelernt.

Ende letzten Jahres begann sich Einvoll zu verändern. Wir bewegten uns in eine Richtung und Sammy in eine Andere. Sein Ziel war die Selbstverwirklichung, die Selbstständigkeit und die Selbstverantwortung. Und wenn ich mir heute anschaue was er in der kurzen Zeit seiner Selbstständigkeit bereits alles auf die Füsse gestellt habe, kann man einfach nur stolz auf ihn sein. Alle seine Ziele hat er realisiert, hat sein eigenes Designstudio aus der Taufe gehoben und geht jetzt obendrein noch mit festem Engagement nach Australien um in einem renommierten Designstudio zu arbeiten.

Mich macht es glücklich zu erleben wenn aus Schülern Lehrer werden, an deren Wissen ich weiter teilhaben kann, und ich bin froh in der Lage zu sein, sie neidlos an mir vorbeiwachsen zu lassen. Und wir alle sind gespannt was Sammy in uns in seinem Blog aus Australien berichten wird.

Viel Glück, Sammy!

25.10.06

23:02
~
Michael Holzer
~

Q-Cards

Trotz eines termindurchtränkten Tages, wieder ein Projekt fertig. Die Q-CARDS haben wir für das Hoffman Quadrinity Institut in Düsseldorf entworfen. Ein schönes Projekt, bei dem wir uns visuell richtig austoben konnten.

Morgen ist Nationalfeiertag im Schnitzelland, das heisst Pause mit der Projektdokumentation. Stattdessen lieber spielen mit Felix!

24.10.06

16:08
~
Michael Holzer
~

Dokumentation

Die neue Seite ist ein willkommener Anlass abgeschlossene Projekte der Dokumentation zuzuführen. Das bedeutet: Projektdaten sichten, Scannen, fehlendes Bildmaterial durch Fotos und Screenshots ergänzen, Texte schreiben, Online stellen.

Vorgenommen habe ich mir jeden Tag ein Projekt aufzuarbeiten (und weiss jetzt schon, dass das wohl kaum funktionieren wird). Heute, jedenfalls war ich fleissig und habe Berührt sein fertiggestellt.

20.10.06

21:39
~
Michael Holzer
~

Alles bleibt Beta

Kleines Wortspielchen, das sich auf unser Motto bezieht, das die letzten Monate die alte Startseite von Einvoll zierte. Aber Heute (eigentlich Gestern) ist (war) es endlich soweit: Einvoll wird anders. Unsere Website geht im neuen Design Online. Yepp!

Der Farbe Magenta sagen wir ein für alle Mal Ade, und auch das Logo, die stilisierte 1 ist Geschichte. Unserem Namen folgend steht das neue Design für den Versuch noch einfacher zu werden. Begriffe wie Klarheit, Reduktion und Usability waren uns bei der Entwicklung ein ständiges Leitbild. Was nicht zwangsläufig bedeutet dass wir auf Gimmicks gänzlich verzichtet haben.

An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Philipp, der unser Design in wunderbaren Code gegossen hat. Im Maschinenraum unserer neuen Seite arbeitet jetzt ein feines CMS, das Blog läuft weiterhin auf Wordpress und die neue Möglichkeit dort auch Videos einzubinden, freut uns ganz besonders.

Jedoch, etwas als fertig zu bezeichnen, ist eine Sichtweise, die Heute eigentlich von Gestern ist. Zu schnell verändern sich Möglichkeiten, Abforderungen und Gewohnheiten. Gerade das Internet hat uns in den 15 Jahren seines Bestehens, bestens vor Augen geführt, wie sich für uns alle alles verändert hat. In diesem Sinne ist auch die neue Einvoll-Seite unfertig, und damit Beta. Und ihr könnt gespannt sein, was in den nächsten Wochen und Monaten noch alles passiert. Einstweilen wünschen wir aber viel Spass beim Klicken: Einvoll Neu