EINVOLL

2.7.06

0:15
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Michael Holzer
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Plans Drawn in Pencil

isan

Diesen Klang-Universen ist nichts so fremd wie Aufregung. Plans Drawn in Pencil (» iTMS) heisst das neue Album von ISAN und klingt wie Zuckerwatte aus Elektromolekülen. Anders als die drei Vorgängeralben, die auch schon nicht schlecht waren, erinnert es mich streckenweise an den Sound von Brian Eno.

17.3.06

19:25
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Michael Holzer
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70+ und kein bisschen leise

Die Musik von Kraftwerk, Michael Rother, Holger Czukay und nicht zuletzt Hans-Joachim Roedelius waren akustischen Wegbegleiter meiner Adoleszenz. Die Alben dieser Herren liefen in Powerrotation auf meinem, vom ersten selbst verdienten gekauften, Dual-Laufwerk und waren, ob der Lautstärke, sicher ein wesentlicher Grund warum mich die Nachbarn nicht so gern leiden mochten.

Als wir dann vor 2 Jahren, bei einer Live-Performance, Hans-Joachim Roedelius im TV gesehen haben, hat Judith ihn einfach angemailt. 2 Tage später sassen wir uns dann gegenüber. Selten hab ich so einen sprühenden Geist erlebt, so voller Ideen, so motivierend, so aktiv, und so schnell, dass er sich fast selbst überholt. Nach einer Stunde haben wir von gemeinsamen Projekten gesprochen, aus denen, zumindest bis jetzt, noch nichts geworden ist. Aber das kann ja noch werden. Jetzt gibt es wieder ein neues, kräftiges Lebenszeichen von ihm:

Flyer Joachim Roedelius

“Bands wie Kluster/Cluster oder Harmonia dienen Kennern der Pop-Historie gerne als visionäre Beispiele für „Krautrock“. Namen wie Brian Eno, Holger Czukay, Konrad Plank, Dieter Moebius, Konrad Schnitzler oder Michael Rother formieren eine imaginäre Versammlung der wichtigsten Konzeptionisten und Komponisten der Elektronik-Avantgarde der siebziger und achtziger Jahre. Er, mittendrin, hat mit ihnen allen gearbeitet. Und einen höchst umfangreichen, individuellen Klangkosmos geschaffen: Roedelius.

Roedelius ist Pionier auf dem Gebiet der Erforschung und musikalischen Verwertung elektrisch generierter und manipulierter Geräusche, Töne und Klänge. Er gehört unzweifelhaft zu den Vätern der zeitgenössischen, elektronischen Instrumentalmusik. Die der Schöpfer selbst als klingende Literatur, als Philosophie der Hörsphären, als Klangkino oder Horchtheater bezeichnet. Im Vorjahr machte der legendäre Künstler, der seit vielen Jahren in der Nähe von Wien lebt, mit seinem Projekt Lunz und einem feinen, kleinen Festival in Lunz am See von sich hören.

Dieses Jahr erscheint nun „Works 1968 – 2005“, eine Anthologie in Form einer Doppel-CD, die das komplette Schaffen Roedelius’ umspannt. Prominent ist das Label: Groenland – Herbert Grönemeyers privates (und dabei ungemein erfolgreiches) Avantgarde-Biotop.” (Walter Gröbchen)

Weitere Infos zur Veranstaltung
Roedelius Webseite

12.1.06

10:50
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Michael Holzer
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Bayrisches Sprechlulu

Man sollte per Gesetz festschreiben, dass Politiker ihre Reden frei halten und nicht vom Blatt lesen dürfen. Das freigesprochene Wort von Herrn Stoiber (MP3, 1,17 MB, 1, 14 Min.) bestärkt mich in meiner Meinung über seine Medieneloquenz.

[via sixtus]

26.11.05

20:08
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Michael Holzer
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Pimp a movie

Nein, das ist kein weiterer Auswuchs der allgemeinen Pimp-Hysterie. Nach gepimpten fahrbaren Untersätzen gibt es bei MTV jetzt neuerdings auch “Pimp my Whatever”, wo letztens ein 17-jähriger Junge aufgemotzt wurde. Whatever!

Aber wie tuned man eigentlich ein Movie? Ganz einfach, indem man ihm die Bilder wegnimmt. Nacherzählten Film gibt´s bei Festival des nacherzählten Films. Wo sonst!

3.9.05

11:40
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Michael Holzer
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Ich kenn jemanden, der jemanden kennt…

…und der kennt wieder wen, der…

Das grosse über´s Bloggen berichten beginnt nun auch im D-Sprech-Land. Und natürlich in der Duftblase politischer Megaevents wie dem bundesdeutschen Wahlkampf. Hergott, was haben die Medien ein Glück, dass immer was passiert! Merci, Max

26.8.05

19:25
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Michael Holzer
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Kylmäpihlaja

Kylmapihlajan_2.jpg

Freesound Project ist eine Datenbank, auf der man, unter der CreativeCommons Lizenz, seit etwa einem Jahr Sounds und Musik gratis up- und downloaden kann. Es gibt viel Interessantes, aber natürlicvh auch viel Mist. Man muss halt wissen was und wie man sucht. Aber so ist das halt im Internetz. Seit letztem Montag gibt es nun auch geospezifische Soundbeispiele, realisiert mit Googlemaps. Wer also wissen möchte wie es sich in Finnland am Kylmäpihlaja Leuchtturm anhört, kann hier mal reinhören (auf das rote Fähnchen in Finnland klicken). Und wer wissen will wie es dort aussieht kann das hier tun (360° Panoramen).

Erinnert mich nebenbei an eine Projektidee die ich vor 6 Jahren mal hatte: Auf einer Weltkarte sollten Links zu Mikrophonen in allen möglichen Weltgegenden führen. So könnte jeder sich das Lispeln sibirischer Silbertannen (wenn´s die gibt) in Echtzeit in´s Wohnzimmer streamen. Oder das Gehupe auf einer Strassenkreuzung in Mexico City, oder eben das Rauschen des Meeres in Kylmäpihlaja. Das Freesound Project ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Was noch fehlt ist die Echtzeit, aber davon hab ich persönlich in den Nachrichten ohnehin schon genug.

17.7.05

20:21
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Michael Holzer
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Only

only.jpg

Das Experiment von Nine Inch Nails »the hand that feeds« für GarageBand und damit für Apple-User freizugegeben war erfolgreich. 100te von Remixes, starke Medienpräsenz und hohe Verkaufszahlen. Also, warum nicht weiter so? Als konsequenten Schritt veröffentlicht Trent Reznor jetzt »Only« als weiteren Track in offenen Formaten, und diesmal für Mac und Windows.

Auch gerade veröffentlicht das Video (QT 42,5 mb) zum Track. Und irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass Herr Reznor da einen genialen Deal mit Apple eingefädelt hat. Anders kann ich mir die vielen grünen Äpfel, vor allem aber das omnipräsente Powerbook nicht erklären.

22.6.05

22:09
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Michael Holzer
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Autobahn reloaded

So weit ich mich erinnere war »Autobahn« das vierte, nein das fünfte Album meiner kleinen, aber schnell wachsenden Schallplattensammlung. Natürlich war dieselbe in den wenigsten Fällen elternkompatibel. Wenn Kraftwerk den Track damals allerdings auch so schön gespielt hätten, hätte Mutti nichts zu meckern gehabt. Autobahn von Les Hommes Savage

26.4.05

12:00
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Michael Holzer
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Nine Inch Nails

Anfang der 90er war MONDO 2000 das einzige Magazin das sich ernsthaft mit Virtual Reality und Cyber Media beschäftigte. In einer Anzeige dort sah ich das Cover von “Broken” von Nine Inch Nails. Die Cd war in Österreich natürlich nicht erhätlich, auf Umwegen bekam ich sie dann doch. Ich habe sie sofort getaped und das erste Mal während des Besuch einer Rembrandt Ausstellung gehört. War das ein Kontrast! Am meisten beindruckte mich der brachiale, aggressive und trotzdem harmonische Sound, der nichts mit dem üblichen Headgebange der dumpfen Heavy Metal Bands zu tun hatte. Trotzdem waren die lyrischen Songs, bis auf wenige Ausnahmen eher mühsam zu hören. Nach einer ganzen Cd bin ich mit meinen Nerven ziemlich am Ende, aber ich bin ja auch schon über meiner Lebensmitte. Was mich allerdings bis heute fesselt ist die Harmonie im Chaos, und umgekehrt.

Kurz darauf spielten NIN das erste Konzert in Wien. So viele bleichgesichtig, adoleszente, schwarze Ledermäntel hab ich seither nie wieder auf einem Fleck gesehen. Die Gerüchteküche um das Mastermind Trent Reznor brodelte, denn angeblich war sein Studio in der Villa des Massenmörders Charles Manson. Nebenbei war auch das visuelle Artwork revolutionär. Ein, bis heute, stimmiges Logo und eine Bildsprache, die Sehgewohnheiten in Frage stellte. Allerdings wirkten die Videos, die mittlerweile auch bei MTV liefen, eher nüchtern und holzig. Vielleicht aber wollte sich der Querkopf Reznor schon damals nicht unter das Diktat der Musikindustrie stellen.

Dieser Tage erscheint das neue Album von NIN und wieder verfolgt er eine revolutionäre Idee. Er veöffentlich den Track “The Hand That Feeds� als Multitrack-Garageband-File. Das bedeutet, dass Apple-Nutzern alle Spuren der Studioaufnahmen vorliegen und diese somit für Remixe nutzbar sind. Herr Reznor tut als intelligenter Mensch genau das, was man als erfolgreicher Künstler dieser Tage tun sollte. Er schüttelt freundlich und kreativ the hand that feeds, statt sie zu beißen und stellt sich wieder einmal gegen die Musikindustrie, die noch immer nicht bemerkt hat, dass es sie eigentlich nicht mehr gibt. Dort ist man vielmehr mit Themen wie Urheberrecht und digitalem Kopierschutz beschäftigt und wird sich bald selbst begraben.

Und, dass ich das Album kaufe und nicht downloade ist wohl Ehrensache. Und hier das Video zu The Hand That Feeds (Quicktime, 35 mb)

5.3.05

14:46
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Michael Holzer
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ONE TO von Marianne Maderna

Zwischen den monumentalen Säulen in der abgedunkelten Halle des Semper Depots stehen, liegen, krümmen sich eine Gruppe von Drahtfiguren. Dreimeterhoch, im Schwarzlicht neongelb leuchtend, jede für sich allein. Das Vernisagenpublikum ist fast nicht wahrzunehmen und verliert sich in der Dunkelheit und Grösse des Raumes. Obwohl, in Haltung und Ausdruck unterschiedlich, wecken die Skulpturen Gefühle wie Gleichförmigkeit, Identitätsverlust, Teilnahmslosigkeit und Voyeurismus. An einer Wand läuft eine raumhohe SW-Projektion. Ein junger Sandler, der sich kaum auf den Beinen halten kann, scheint mit seiner Körpersprache die Modellvorlage für die Haltung der Figuren zu sein. Besucher werfen Schatten in die Projektion und scheinen Teil der Handlung zu werden. Sehenswerte, gelungene Inszenierung, meinen wir, und lassen uns ein Glas Weissen schmecken. Jedoch, hochwattige Kommerzgroovies á la Lenny Kravitz veranlassen uns dann zu einem raschen Aufbruch. Die Faust auf´s Aug, wie der Wiener so schön sagt.

Heute morgen finden wir auf einem Flyer zur Ausstellung einen Text von Goschka Gawlik (2 mb, mp3). Hut ab, die Dame hat vielleicht ein Fremdwörtervokabular! Wir meinen, dass es trotzdem schön wäre, wenn Kunsttheoretiker verständlich wären und ein Interessierter nicht das Gefühl hätte, ein völliger Trottel zu sein. Entweder denkt Frau Gawlik so kompliziert oder sie hat einfach kein Interesse, dass man sie versteht, oder man will einfach unter sich bleiben. Künstlerisches Jägerlatein sozusagen! Wir haben jedenfalls herzhaft gelacht!