Simplicity
Seit ein paar Tagen sitze ich jetzt schon über einem neuen Projekt, recherchiere und skribble und es kommt nichts dabei rum. Gar nichts. Wenn man sich so mal richtig in einem Projekt verstrickt hat, wird es Zeit etwas Anderes zu tun. Und machte mich auf um Bücher gucken zu gehen. Und fiel in einen wahren Kaufrauf. Drei Designbücher über Papierveredelungen, italienische Broschüren und Global Corporate Indentity sind jetzt Meins. Aber den wahren Schatz meiner Einkauftour hab ich gleich zu Beginn meiner Einkaufstour entdeckt und eigentlich hätte es die drei anderen Bücher gar nicht mehr gebraucht.
Simplicity von John Maeda fiel mir ins Auge weil es so ein dünnes Büchlein war, was für Meinereins, den das Lesen eher anstrengt, allein schon einen Kaufreiz auslöst. Zudem kannte ich den Autor schon. 2000 hab ich sein Buch Maeda & Media verschlungen. Das war (und ist) viel, viel dicker, nähmlich 450 Seiten schwer. Aber voller inspirierender Grafiken die er allesamt automatisiert mit Computerprogrammen entwickelt hat. Er war (und ist) der Urvater der Softwaregestützen Designs. Seine ersten Experimente mit Computerkunst führte zu den dynamischen Grafiken, wie man sie heute auf vielen Seiten im Netz findet.
Doch die Zeiten wandeln sich (klingt das nicht altklug) und heute finden wir vieles was uns da an Bewegtbild auf den Monitor kommt schlicht nervig. John Madea, heute Forschungsdirektor am Medialab am MIT, ist sich seiner Rolle als Initiator dieses Trend voll bewusst und genau darum hat er Simplicity geschrieben. In dem Buch beschreibt er auf einfachste Weise die Komplexität der Einfachheit. 10 Gesetze mit deren Hilfe man nicht nur perfekte Benutzeroberflächen schaffen kann sondern auch sein Leben reorganisieren kann. Und er schreibt über Gefühle, man möge sich das bitte vorstellen: ein Programmierer und Designer schreibt über Gefühle. Das erinnert mich schon fast an Cluetrain.