Personal Art Assistant
Auszug aus dem Pressetext: T-Systems Austria lädt Sie zu einem exklusiven Kunsterlebnis mit allen Sinnen – und mit allen Informationen: Das BA-CA Kunstforum hat in einer Kooperation mit Men on the Moon, Superreal und T-Systems Austria einen innovativen multimedialen Ausstellungsguide entwickelt, der ein neuartiges und spannendes Erleben von Kunst und Kultur über ein benutzerfreundliches Abrufen von umfangreicher, multimedialer Information zur jeweiligen Ausstellung ermöglicht.
Und dieses exklusive Kunsterlebnis läuft dann wie folgt ab: Pünktlich erklärt uns eine PR-Dame wie sehr sie sich freut und stellt das Projekt kurz vor. Sie übergibt dann das Wort an die Direktorin des Kunstforums, die sich ebenfalls sehr freut. Ihrer Projektvorstellung folgen unmittelbar der Business Developer Manager von T-Systems und der Inhouse-Projektleiter. Die beiden Herren freuen sich auch sehr und stellen uns das Wunderding noch einmal genau vor. Als nächste Redner begrüssen uns daraufhin ein Projektmanager und ein Interfacedesigner einer Softwarefirma und dann kommt noch ein weiterer Herr. Bei seiner Vorstellung war ich dann schon etwas unaufmerksam. Gesagt hat er als einziger auch nichts. Ich weiss also weder wer er war noch ob er sich auch gefreut hat, nehme es aber an weil er sehr freundlich geschaut hat. Nach 45 Minuten Lobhudelei und kollektiver Freude waren wir nun vorbereitet genug, diese Errungenschaft auch persönlich zu testen.
Wir, das waren übrigens etwa 40 Personen, inklusive der 8 Redner samt Begleitung und der 6 Museumswächter! Und da stand ich nun inmitten dieser Menschenmenge mit meinem Personal Art Assistant vor dem Gemälde von de Kooning. Der ergonomisch unförmige Stöpsel in meinem rechten Ohr ist noch stumm. Den, nun schon eine Weile, rotierenden Pfeil auf meinem Display, den man der Dauer nach nur als Loadingphase für ein 30 Minuten Video deuten kann, entpuppt sich jedoch alsbald als ein Schaf im Wolfspelz. Die angekündigte “multimediale Information” die da über das W-Lan des Kunstforums übertragen wird besteht aus…
… Slideshows und gesprochenen Texten. That´s it! (was war eigentlich mit “exklusivem” Kunstevent gemeint)
Also bitte: Bilder sind bei einer Ausstellung ja wohl genug an der Wand und brauch ich nicht noch zusätzlich und in schlechter Auflösung auf einem PDA, Verzeihung, Personal Art Assistant. Und wenn jemand wirklich einen Erklärer und Erzähler braucht tun es die herkömmlichen Audioguides auch. Angeblich nutzen 15 % aller Museumsbesucher diese Dinger. Wenn´s nach mir geht könnt man ja auch auf die Titel neben den Objekten verzichten. Mir reicht das Bild alleine, wenn es gut ist. Und wenn nicht, dann wird es durch zusätzliche multimediale Information auch nicht besser.
Fazit: Die IT-Industrie sucht krampfhaft nach neuen Anwendungsmöglichkeiten für ihre Technologien, die Museumsmaschine hofft durch attraktive Angebote auf Zusatzeinnahmen und schafft sich eine Menge Arbeit rund um den versprochenen Content. Der muss ja besorgt, adaptiert, archiviert… werden. Und das bei ohnehin geringen Museumsbudgets. Ob die Rechnung auf geht bezweifle ich mal.
Sehr gut, habe herzlich gelacht bei all dieser Freundlichkeit!
Den oben geschriebenen und sehr unprofessionell rechierchierten Artikel lasse ich unkommentiert - die Rechnung ist aufgegangen, da gerade die Deutsche Telekom ein Projekt mit Guggenheim und NOUS Wissensmanagement aus Wien erfolgreich aufgezogen hat.
Fakt ist, das der Personal Art Assistant eine Innovation aus Österreich ist und von July 2006 bis Jänner 2007 in der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD in Bonn bei “The Guggenheim Collection” im Einsatz ist. Dort verwenden ca. 25% der Besucher den NOUSguide und sind mehr als zufrieden - es gibt ca. 1000 Entlehnungen pro Tag!
Neben Bildern und beschreibenden Videos gibt es Feedbackelemente (über WLAN) und interaktive Contentelemente.
Inhalte in Gebärdensprache:
Da der Personal Art Assistant NOUSguide auch Videos in guter Qualität abspilen kann wurden die inhalte in Gebärdensprache übersetzt - im Kusntforum WIen und in Bonn gibt es dies schon.
für mehr Infos zum standardisierten Produkt (vor eineinhalb Jahre war es noch ein Pilotprojekt)
www.nousguide.com
es ist jeder eingeladen sich die Ausstellung mit dem NOUSguide anzusehen:
www.kah-bonn.de
www.nousguide.com
Meine Kritik bezog sich auf die Präsentation des Produkts, und die war nun mal schlecht. Glückwunsch dass ihre Rechnung trotzdem aufgegangen ist.