Stefan Sagmeister – The Power of Time off

sagmeister

Stefan Sagmeister hat einen grandiosen Akzent. Und sperrt er alle sieben Jahre sein Designstudio für ein Jahr zu. Was für ein Mut, was für eine Konsequenz. Was für eine Inspiration. Und was für ein Gewinn. Kommt auf meinen Wunschliste.

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Präsentation

5 Minuten davor kommt sie dann, die Unruhe. Wen man nur einen einzigen Entwurf präsentiert, ist das anders als wenn man 5 Vorschläge auf den Tisch legt aus denen sich der Kunde sein Wunschdesign selbst zusammenstoppelt. Von Hier die Schrift, von da die Farbe, das Logo noch doppelt so gross und schon ist der Kunde zufrieden und der Designer entmündigt. Mit einem einzigen Entwurf ist das aber ein Drahtseilakt ohne Netz. Der Moment in dem der Auftraggeber das erste Mal sein neues Design sieht, das Umblättern zu dieser Seite, für den entscheidenden Augenblick. Auf den kommt es an. Und heute, 10 Uhr, war es dann wieder soweit. Alles oder nichts.

Zweimal erst hätt ich mir gewunschen, dass es in diesem Moment ein Netz gegeben hätte. Beide Präsentationen sind daneben gegangen. Das lässt sich dann auch nicht mehr umdrehen. Wär auch gelogen zu behaupten dass es mich nicht getroffen hat, aber nachträglich hab ich meine Fehler während in der Vorbereitung erkannt. Aber all die anderen Male habe ich in Schwarze getroffen aber heute…

…heute auch.

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Tag 3 – 6

Die letzten Tage waren intensiver als gedacht, deshalb gibts heute nur eine Zusammenfassung:

Nachdem alle Designelemente definiert waren und zu sehen war, dass das Konzept aufging und stimmig war, musste das Ganze einmal einen Tag ruhen. Wenn die gedruckten Entwürfe alle nebeneinander auf dem Schreibtisch liegen sehe ich am besten wo sich noch etwas optimieren lässt. Feinschliff ist angesagt, Kleinigkeiten, wie Headlines um ein Paar Pixel anders plazieren oder das Logo noch eine Nuance kleiner machen. Oder die Mikrotypografie mit der man die Buchstabenabstände im Schriftzzug des Logos ausgleicht um mehr Ausgewogenheit zu Erreichen. Aber danach kommt etwas worauf ich mich immer besonders freue: Welches Papier?

JA, ich bin bekennender Papierfetischist. Seit ich gestalte, habe ich eine Vorliebe für ausgefallene Sorten. Papier erzählt durch sein haptisches Erleben, durch seinen Klang, seine Farbe und Struktur. Papier gewinnt immer mehr an Bedeutung, seit das unbegreifliche Internet und den Grossteil unserer Kommunikationsaufgaben abnimmt. Menschen lechzen förmlich nach realem Erleben, Events boomen (und sind kostspielig wie noch nie) und auch das Buch hat, allen Unkenrufen zum Trotz, den digitalen Supergau überlebt. Mit spannenden Papieroberflächen kann man ohne viel Worte kommunizieren und mit guten Worten das auf ihm notierte haptisch untermauern. Ich habe mich für Gmund 3 von Antalis (schreckliche Website) entschieden. Mit einer wunderschönen geprägten Struktur von Quadraten die in verschiedene Richtungen gerillt sind. Eine echter Hingucker und ein Erlebnis für die Fingerkuppen. Und eine Herausforderung für unsere Druckerei.

Jetzt gehts an die Präsentation. In diesem Fall reicht die Zeit nicht um auch eine Screenprojektion zu entwickeln, also nur eine Präsentationsmappe. Das Zusammenfassen aller Entwürfe, sie in die richtige Reihenfolge zu bringen, das Konzept in wenigen Worten oder Bildern zu formulieren, das ist die beste Vorbereitung für eine erfolgreiche Präsentation. Wenn das Booklet dann in A3 aus dem Drucker kommt stellen sich die Früchte der Arbeit der letzten Woche ein. Jetzt noch alles vorbereiten für die morgige Präsentation: Agenda, Booklet, Ausdrucke, Farbfächer, Papiermuster. Fertig!

Und jetzt bitte um ihren geschätzen Daumen, und DRÜCKEN!!!

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“Mann, hab ich Gigabyte”

Gerade herzlich gelacht über das Viral zum Agenturstart von LA RED aus Hamburg.

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[via Mathias Richel]

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Überlegungen hinter einem Design

Wenn ich mit Menschen über Design spreche, mache ich oft die Erfahrung, dass sich wenige vorstellen können wie so ein Designprozess abläuft. Ich möchte hier einmal einen Einblick in die Arbeit an einem unserer letzten Projekte, einem Corporate Design für den Unternehmensberater Ralf Teichgräber geben. Der folgende Schriftzug entspricht noch nicht dem endgültigen Design, obwohl er Elemente davon in sich trägt. Wir verwendeten ihn auf der Übergangsseite im Web um das neue Corporate Design anzukündigen.

Konzept:
Initialen im Logo sind im Beratungsbereich eigentlich ein NoGo. Zuviel Ego. Trotzdem war der erste Gedanke in diesem Projekt mit dem Initial, einem »T«, zu arbeiten. Beim Skribbeln entdeckten wir, dass sich in einem »T« ein Würfel verbirgt. Meinem Gefühl nach war das die richtige Spur, aber einen Würfel zu verwenden war mir dann doch wieder zu weit vom Grundgedanken des Initials entfernt. Zu statisch. Mir ging es auch darum zu visualisieren worum es in einem erfolgreichen Beratungsprozess geht: Transformation. Ich suchte also die Verbindung zwischen Initial und Würfel. Ich wollte weg von der Bestätigung des Egos, hin zur Wirkkraft der Arbeit. Alles war ein Frage des richtigen Blickwinkels.

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Prozess: Aus Karton schnitt ich ein »T« aus, faltete es zu einem Würfel und spielte mit verschiedenen Positionen um zu sehen wie weit sich der Würfel zu einem T öffnen sollte. Nachdem ich mir sicher war dass sich die Idee auch wirklich visuell umsetzen lässt, baute ich das Modell mit Googles SketchUp nach. Mit diesem frei bewegbaren 3D-Modell konnte ich nun ganz genau den perfekten Blickpunkt und den Grad der Öffnung des Würfels bestimmen. Um eine skalierbare Vorlage zu haben die man später weiter verwenden konnte bauten wir das Logo im Illustrator noch ein letztes Mal und bestimmten dabei auch gleich Farbwelt und Typografie. Dieser streng geometrischen Bildmarke musste unbedingt ein geschwungenes Schriftbild Paroli bieten. Aber auf keinen Fall zu feminin, das kommt in dem Umfeld nicht besonders gut. Meine Wahl fiel auf die Corporate S, die auch schon Mercedes gefallen hat. Farben sind in der Beratungswelt fest vergeben, Frauen präsentieren sich vorwiegend Rot bis Braun, Männer zumeist im stumpfen Blau. Gähn! Ich liebe die Reduktion, warum also nicht mal ohne Farbe im Logo, nur Schwarz und Weiss, und Farbakzente nur in der Bildsprache? Ein weiteres Stilelement dass sich während des Designprozesses ergeben hat war die Perforationslinie, die notwendig war um den Würfel im Karton falten. Lässt sich wunderbar visuell ein- und umsetzen. Auch im Web, anzusehen auf der Website Teichgraeber.de. Alle Texte wurden vom Auftraggeber vorformuliert und von uns in der Tonalität geschliffen und mediengerecht adaptiert.

Timeline: 80% unserer Auftraggeber haben ihren Standort in D-Land und ich werde deshalb oft gefragt, wie sich Projekte über diese Distanzen handeln lassen. Zumeist reichen zwei strategische, und deshalb persönliche Termine. Einmal, zum Kennenlernen und Briefing, und ein weiterer für die Präsentation von Konzept und Design. Alle weiteren operartiven Schritte werden via Mail und Telefon abgewickelt. Entwicklungszeit für dieses Projekt waren etwa 10 Wochen, vom Erstgespräch bis zum Launch der Website. Und jetzt bleibt mir nicht viel mehr als viel Erfolg zu wünschen.

Website besuchen: www.teichgraeber.de »

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Barfuss im Netz

Klingt wie ein Filmtitel, ist aber keiner. Vielmehr habe ich die meiste Zeit unseres Workshops so verbracht. Vier Tage Wissensvermittlung über zeitgemässe Kommunikationsformen gemeinsam mit Rita und Christiane von Sonnos.

Vier besondere Tage.

Im Internet, speziell im Web 2.0 ist technologisches Wissen zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Viel wichtiger ist ein Verständnis für Begriffe wie Informationskompetenz oder Social Networking. Das lässt sich nicht allein am Laptop vor dem Beamer vermitteln, dafür braucht es ein anderes Setting. Das Geheimnis dieses Workshops sind die wechselnden Erfahrungsräume. Kommunikation auf verschiedensten Ebenen: Vorträge, Gesprächsrunden, RappelZappel-Körperübungen und gemeinsames Arbeiten im Projektblog gestalten den Semiarablauf. Und das inmitten herrlicher Natur und bei frühsommerlichen Temperaturen. Was will man mehr.

Update: Die Vorträge:

[slideshare id=385283&doc=webzwonull-1209765498569570-8]

[slideshare id=385979&doc=informationskompetenz-1209822334574950-8]

[slideshare id=385257&doc=www-1209762740268825-8]

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better and better an better…?

Auf die gestrige Keynote von Steve Jobs war ich besonders gespannt, steht doch der Ankauf eines neuen Mobilteils im Raum. Mein 6 Jahre altes iBook hat ja unlängst seinen Geist aufgegeben. Die Gerüchteküche brodelte ja schon die längste Zeit und jetzt ist die Katze aus dem Sack. Einen Schwanz hat das neue MacBook Air sie immer noch, die kabellose Stromversorgung, die auf induktiver Basis funktionieren hätte sollen war ja doch ein wenig weit hergeholt. Statt den gemunkelten 10 Akkustunden sind es auch nur mehr 5, in der Praxis wahrscheinlich nur mehr drei. Ok, es ist dünn, sehr dünn. Und es ist teuer, sehr teuer. Selbst für das kleinere Modell darf man noch schlappe 17 Hunderter über den Tresen schieben. Und das bei einer schneckenschnellen Harddisk, von den fehlenden Ports mal abgesehen. Seine Käuferschaft wird es trotzdem finden, da bin ich mir sicher. Schwanzverlängerung garantiert, den Porsche kann man ja nicht überallhin mitnehmen.

Trotzdem brachte die Keynote interessantes für mich. Das überarbeitete AppleTV wird bald sein Plätzchen neben unserem neuen Fernseher beziehen und dort für die Verschmelzung von Computer- und TV-Welt sorgen. Und Time Capsule wird auch den Weg in unserer Büro finden und damit unsere Daten-Backups vereinfacher.

Und wer sich die 90-Minuten Keynote in 60 Sekunden reinziehen will klickt hier unten. Oder bei Youtube direkt »

[youtube Yz1-cPx0cIk 450 364]

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Alles wird gut

7 Minuten vor Beginn der Design Präsentation ist meine Erinnerung darüber, womit ich mich in den letzten 2 Wochen beschäfigt am Nullpegel angelangt. Leerer Kopf. Und ich meine wirklich, wirklich leer. Ich erinnere mich nicht mal mehr daran, wie es sich anfühlt, nervös zu sein. Die Flüssigkeit die gerade in meiner Mundhöhle fehlt, scheint sich zur Gänze in meinen Handflächen und Achselhöhlen gesammelt zu haben. Und auch bei der 5. (oder 6.) Kontrolle funktioniert die Fernbedienung noch immer einwandfrei, wie sonst auch.

Räusper (hoffentlich machts die Fernbedienung), erster Screen (Puh!), erster Satz, Bingo. Maschine läuft, alles wieder da, wie wenn man den Lichtschalter umlegt.

Es gibt Tage, an denen flutscht es einfach. Herrlich das!

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