…heute heisst es »Word of Mouth Marketing«. Wem da jetzt Fragezeichen aufploppen, der kann sich das Thema einfach runterbrechen lassen. Einfacher schafft das nicht mal die Maus nicht.
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Gedacht und gemacht haben das die Damen und Herren vom TRNDBlog. Erinnert mich wieder daran, dass ich das auch schon vorhatte. Kommt schon wieder, im Moment steht was Anderes an.
XING, die Plattform für Businesskontakte, ist das Vorzeigemodell für den 2.0 Hype und den Einsatz von Social Software und präsentiert sich auch sonst vielerorts als eierlegende Wollmilchsau. 2003 gegründet, mit kolportierten 2.65 Mio Mitgliedern bietet die Plattform, bei richtiger Anwendung, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil in der Aquise und bei der Pflege bestehender Kontakte. Es gibt dabei zwei Anmeldungsmodelle: den kostenlosen Standardaccount mit eigener Profilseite und Suchfunktionen ohne Detailtiefe und das kostenpflichtige Premiummodell (5,95 €/Monat) mit voller Transparenz aller Abfragekriterien, Zugang zu umfangreichen Themengruppen und vielen weiteren Kommunikationsangeboten.
Ich mache immer wieder die Erfahrung dass XING unterschätzt wird. Gehört hat man vielleicht schon davon, aber wozu soll man sich das antun? Undurchsichtig, zu kompliziert argumentieren die Einen, kein Bedarf meinen Andere und vergessen dabei vorschnell dass es nicht nur um die Selfmarketing geht sondern auch um eine kraftvolle Informationsquelle über mögliche Partner, Mitarbeiter, Konkurenten oder Lieferanten.
Auf der anderen Seite kann man bei XING-Mitgliedern oft auch die gegenteilige Erfahrung machen, nähmlich eine starke Überschätzung der Möglichkeiten solcher Netzwerkcommunities. Durch eine Anmeldung allein ist es noch nicht getan, es braucht, wie im physischen Leben die eigene Aktivität und das Zugehen auf Kontakte. Mit dem Unterschied dass man im Internet bereits vor einer Kontaktaufnahme sehr viel über sein Gegenüber weiss, weit mehr als im realen Leben möglich wäre. In letzter Zeit bemerke ich aber auch vestärkt einen gewissen Aktionismus bei der Kontaktsuche. Anfragen von Personen mit oft mehreren Tausenden eigenen Kontakten oder Anfragen die einen Serienbriefartigen Anfragetext senden begegne ich von vorherein mit Vorbehalten.
Wirklich grosse Fehler werden aber oft in den eigenen Profilseiten gemacht: Nicht, oder falsch ausgefüllte Selbstdarstellung, kein persönliches Bild, keine regelmässige Aktualisierung, keine Information über das eigene Angebot, soll heissen die Felder ich biete/ich suche nicht ausgefüllt, keine, oder auch zuviele Kontaktmöglichkeiten und vor allem ein fehlender persönlicher Stil.
Ich persönlich begnüge mich ja mit einem Standardaccount, reicht in den meisten Fällen aus (wenn ich wirklich neugierig bin verwende ich den Premiumaccount meiner Frau ;-) Ich bin auch bei der Auswahl meiner Kontakte wählerisch. Ich finde Selektion gut, das schärft den Blick fürs Wesentliche. Das ist nicht anders als im realen Leben. Und wenn ich bedenke dass sich über XING echte Neukontakte mit Projektbeauftragungen ergeben haben, ist der Aufwand für Aktualisierung und Pflege meines Accounts der unter der Verzehrzeit eines mittelgrossen Latte Macchiatto liegt vernachlässigbar gering.
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“Wenn du ein gutes Produkt hast, brauchst du kein Marketing mehr zu machen”.
Robert Basic in einem Interview von Martin Oetting über das Netzverständnis der Deutschen, Fehlerkultur, die Angst der Medien vor Blogs, und warum PR-Abteilungen noch viel lernen müssen um im Web ernst genommen zu werden.
Political total korrekt, obwohl während des Interviews geraucht wird.
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Ein Freund von mir vertritt die These, diese Karre sei einer der Beweise, das Gott nicht existiert. Ich glaube eher, dass Gott beim Zusammenschrauben von einigen Daimler-Managern ein paar Dichtungsringe vergessen hat. Dennoch: auch so ein Auto hat es verdient, dass es in der Werbung mit Anstand und Würde behandelt wird.
Mercedes hat Logo und Erscheinungsbild überarbeitet. Bei Marken dieser Grössen handelt es sich dabei meistens um das Glattziehen der Altersfalten als um etwas wirklich Neues. Der Stern wurde zweidimensional, was meiner Meinung nach ohnehin besser aussieht und in den komplexen Anwendungen eines Konzerns einen grossen Vorteil darstellt. Gravierend jedoch ist vielmehr dass ab jetzt der Stern auch ohne den Namen Mercedes verwendet werden darf soll muss kann. Was die Brandmanager bei Mercedes bei der Präsentation des neuen Design so von sich gaben kann man bei Bernd Kreutz im Reklamehimmel nachlesen. Das ist übrigens jener Herr der für die geniale Kommunikation von YelloStrom verantwortlich zeichnet.

Seit einiger Zeit angekündigt, ist der Daimlerblog heute online gegangen. Ob es jetzt der Blog oder das Blog heissen soll ist man sich zwar noch nicht so sicher, aber egal, der Duden lässt ja mittlerweile beides gelten. Irritierend ist auch die Fusszeile, die das Copyright DaimlerChrysler zuschreibt. Da war doch was, von wegen Verkauf oder so. Auch in der Blogroll findet man einen Link zum Chryslerblog. Scheinbar ist man sich in trauter Einigkeit noch ein wenig verbunden. Auch egal, solange der Stern noch glänzt…
Ich bin gespannt!
Letzten Montag bekomme ich Spam Post, nämlich den Newsletter der Wirtschaftskammer, Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. Meine Interessensvertretung, an die ich durch eine Zwangsmitgliedschaft gebunden bin. Es geht dabei um eine Einladung zum Euroforum Communication mit anschliessendem Medien ChillOut, genaue Information erschliesst sich jedoch erst durch das Öffnen des beigefügten Pdf´s. Das sind jene Veranstaltungen bei denen sich das institutionell organisierte Werbepack und deren Vertreter gegenseitig sonst wohin kriecht. Für einen Anerkennungsbeitrag von 10 EU ist man auch schon mit von der Partie und kann sich dann diverse Kommerzialräte und sonstige Titelträger von innen ansehen. Nicht das mich das jetzt brennend interessiert. zumal die Anmeldefrist ohnehin bereits einen Tag vor Erhalt der Mail abgelaufen ist. Würde ich mich jedoch anmelden wollen, müsste ich beigefügtes Pdf ausdrucken, ausfüllen und faxen. Richtig gelesen, FAXEN. Mehr Inkompetenz in der Betreuung seiner zahlenden Mitglieder geht schon gar nicht. Oder? Doch, das geht.
Auf eine Anmeldung verzichte ich, die Frist ist ja eh schon um, nicht jedoch verzichte ich auf die Abbestellung des unaufgeforderten Newsletter. Ich ersuche darin um das Löschen meiner Mailadresse aus allen Verteilern und informiere die Verantwortlichen, ein Kommerzialrat und ein Geschäftsführer, über die Gründe dafür. Reaktion darauf, Null. Wahrscheinlich auch besser so.
Heute, Mittwoch, erreicht mich ein weiterer Newsletter der Fachgruppe InkompetenzWerbung und Kommunikation, Trotz Abmeldung. Gleiches Blabla, erweitert bloss um den nachdrücklichen Hinweis besagte Veranstaltung zu besuchen. Wahrscheinlich bekommen Sie die Veranstaltung einfach nicht voll. Die Anmeldefrist ist übrigens immer noch abgelaufen.
Das sind also die Vertreter meines Berufsstandes. Das könnte man bei einer Fachgruppe Blumenbinder oder Maroniröster vielleicht grad noch durchgehen lassen.
Während man mit engagierten Projekten versucht die Kluft zwischen Industrienationen und der vierten Welt zu verkleineren, entscheiden sich immer noch viele Entscheider freiwillig nicht am Geschehen teilzunehmen. Affinität zum Internet ist aber weniger eine Frage des Alters, eher eine des Wollens. Politiker und viele Manager bewegen sich in einer anderen Welt. Aussagen wie “Ich brauch kein Internet, die lasse mir Informationen vorlegen” hab ich auf Vorstandebene oft genug gehört. Das beliebteste Argument: Keine Zeit.
Selbst erlebtes Beispiel eines Kommunikationsprozesses aus dem Alltag: Unser Kunde, Geschäftsführer eine international tätigen Eventagentur, bekommt ein Mail mit Informationen über den aktuellen Designprozess. Seine Sekretärin, für die Korrespondenz verantwortlich, druckt das Mail, legt es ihm vor. Mit seinen handschriftlichen Anmerkungen darauf, wird es dann wieder eingescannt und als Mail an uns weitergeleitet. Bei der Un-Effektivität darf man sich über zuwenig Zeit nicht wundern, der Alltag scheint manchen Entscheidern ferner denn jeh.
Keine andere Technologie hat die Gesellschft so rasant verändert wie der Computer und das Internet. Für langes Warten bleibt in der heutigen Zeit einfach keine Zeit. Das Zauberwort heisst Selektionsdruck. Der war verantwortlich dafür dass sich die Sprache, der erste Informationsaustausch zwischen Individuen, entwickelte. Der Neandertaler starb aus, obwohl er körperlich zäh und geistig hoch entwickelt war. Nach aktuellen Kenntnissen der Wissenschaft unterlag den Anforderungen seiner Zeit, weil er sich an die territorialen Bedingenen nicht schnell genug anpassen konnte. Der Cro-Magnon Mensch hingegen entdeckte vor etwa 25.000 Jahren dass das Teilen von Wissen das Leben leichter machte. Durch diesen evolutionären Schritt entwickelte sich das erste Mal so etwas wie Kultur. Die Alten bekamen im gesellschftlichen Gefüge eine wichtige Rolle, weil sie Hüter des Wissens waren. Das Lebensalter stieg deutlich an. Bis zum nächsten evolutionären Schritt, der Entwicklung der Schrift waren es dann gute 19.000 Jahre. Viel Zeit um das neue Gut der Sprache in den Köpfen der Menschen zu verankern und zu etwas selbstverständlichen zu machen.
So viel Zeit bleibt uns heute nicht mehr bis zum nächsten, errechneten evolutionären Milestone.