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Unausweichlich…


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….unerbittlich, unaufhaltsam rinnt die Zeit. In den Jahren werden die Begräbnisse häufiger an denen man teilnimmt und die Freunde und Bekannten werden immer weniger. Die Lücken werden immer grösser und wie viele sind es, die mich durch ein halbes Leben begleitet haben und fehlen schon, wenn ich in die Runde blicke. Heute traf es mich wieder. Es war ein stilles, einfaches Begräbnis und nur wenige Menschen waren da. Nur der allerengste Familienkreis war gekommen um Abschied zu nehmen.

Die feierlichen Klnge von Bach’s “Air” passten so recht in den kargen Schmuck der Aufbahrungshalle und während die Worte des Geistlichen an meinem Ohr vorbeiklangen sah ich auf den Sarg, der einen Körper barg. Mein Blick wandte sich nach innen und vor meinem Auge zogen die Augenblicke vorbei die unser Leben verbunden hatten.

Es mag so um 58 oder 59 gewesen sein und ich war zu dieser Zeit Fahrverkäufer bei Coca-Cola und zusätzlich zu der 6-Tage-Woche hatte ich Verkäufe übernommen, die Samstag abends oder Sonntag an Sportstätten durchgeführt wurden. Das war ein ganz besonderer Knochenjob, denn wenn ich nachrechne wieviele Colakisten ich wohl über die steilen Stufen des Wiener Stadions oder im Wiener Parkklub hochgeschleppt habe, dann wird mir jetzt noch flau im Magen. Und dazu auch noch die schweren Kühltheken um das Getränk auch mit der richtigen Trinktemperatur an den Mann zu bringen. Das erforderte lange Vorbereitung um beim Anpfiff parat zu sein. Dazu hatten wir pro Theke 10 bis 12 “Läufer”. Sie liefen mit vollen Trägern durch die Sitzreihen, öffneten die Flaschen, gossen das Getränk in Pappbecher und kamen mit Geld und Leerflaschen zurück an die Theke um neue Flaschen zu holen und lieferten gleichzeitig das eingenommene Geld ab. Das musste-besonders während einer Pause- in Wahnsinnstempo vor sich gehen und man brauchte schon gute Nerven um den Stress durchzustehen und ich kann mich da an manche kritische Situation erinnern.

FRITZ war ein paar jahre älter als ich und zu dieser Zeit Lagerarbeiter bei meiner Firma. Was lag näher als dass er mir schon ab Lager half und als Läufer war er nicht nur einer der fleissigsten, sondern auch einer der ehrlichsten. Am Ende einer solchen Veranstaltung setzten wir uns bei einem Glas Bier zusammen um den eingeheimsten Überschuss redlich zu teilen. Und eines Tages sitzt da beim Fritz seine kleine Tochter und er stellt sie mir vor: “Und das ist die Mutti- die Gunda!” So lernte ich sie kennen. Fritz hatte sie während des Krieges kennengelernt und nach dem Krieg aus dem heimatlichen Franken nach Wien mitgenommen. So sahen wir uns ab und zu bis… Ja bis ich mich 1961 in die Telefonistin aus unserer Firma verliebte. Es blieb nicht aus, dass ich ihre Eltern kennenlernte und dann auch noch in der näheren und ferneren Verwandtschaft beaugapfelt wurde. Und dann hiess es eines Tages: Wir gehen zum PIPI-Onkel! Und wer war das? Der Fritz mit seiner Gunda! Da haben wir aber Augen gemacht!

So kam sie in meinen Umkreis, denn wir waren jedes Monat einmal ode zweimal beisammen. Schon wegen des Tarockierens, das Fritz, den Vater von Helga, Helga und mich immer wieder zusammenführte. Während die Trauergäste ihre Litanei murmeln sehe ich ihre lustigen Augen in dem erbosten Gesicht, wenn wir zu wenig ihrer hervorragenden Küche zugesprochen hatten, ich höre das helle Lachen,wenn wir versuchten -meistens vergeblich- ein paar Worte Wiener Dialekt mit ihr zu sprechen. Ich sehe ihr zerquältes Geicht, als sie an der Bahre ihrer Tochter stand. Ich höre das “Bitt für uns”. Ich glaub Gunda für Dich braucht niemand zu bitten, Du warst ein wunderbarer, liebenswerter Mensch.
Vor 5 Jahren ist Dein Fritz vorausgegangen. Du hast es kaum bemerkt. Dein Geist hatte sich in den Alzheimer-Labyrinthen leise davongeschlichen und du hast uns nicht mehr erkannt.

Nun liegst Du da. Es ist zu Ende. Soll ich sagen: Es war eine Gnade?

Ich schäme mich meiner Tränen nicht, während ich dies schreibe.

Adieu, Gunda! Adieu!

5 Reaktionen zu “Unausweichlich…”

  1. Gabriele Drossos

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    Es ist ein grosses Geschenk, wenn man solche Freunde hat. Auch ich schäme mich meiner Tränen nicht, wenn ich Ihren Nachruf, der ja eigentlich ein Zuruf ist, lese. Gabriele Drossos

  2. Birgit-Rita

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    Ich sitze hier - mir laufen die Tränen. Besser hättest du die letzten Worte an ihrem Grab gesprochen. Hervoll, persönlich, einfach. Sie hat Dich gehört.
    Ja die Zeit wird kommen - auch bei mirr - das ich mich von wunderbaren Menschen verabschieden muß, mit den ich ein großes Stück des Weges gegangen bin. Ich genieße heute jede Minute sehr bewußt mit ihnen, weil ich weiß, die Zeit des Abschieds wird kommen.

  3. Ernst Eschberger

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    Ich war auch bei diesem Begräbnis. Meine Tante, die erwähnte Tante Gunda
    war die Frau meines Onkels Fritz. Dieser war der Bruder meiner Mutter.
    Wie Deine Gedanken - habe auch ich an die Zeit in der Kegelgasse mit
    den lustigen Abenden gedacht. Auch Marianne, die leider vor ihren Eltern
    verstorben ist habe ich gedacht.
    Das ist meiner Meinung das ” ewige Leben ” - solange wer an die Toten denkt
    sind sie in unserem Herzen und dadurch “lebendig”.
    Mögen wir oft an unsere Vorderen denken.
    EE

  4. Walter Holzer

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    Ich glaube, da hast Du sehr recht, lieber Ernst. Das ewige Leben reicht grad solange, wie man einen Menschen in seinem Herzen trägt. Das Gerede von der unsterblichen Seele ist nicht mehr als ein Kindermärchen. Kannst Du Dir das Gedränge der Seelen vorstellen, die in den letzten 2000 jahren unsterblich geworden sind, das sind so an die 650 oder 700 Generationen. Wenn ich zurückschau, dann reicht das ewige Leben grad zurück bis zu meiner Grossmutter. Der Vater meine Vaters ist für mich nur mehr eine Nebelgestalt- er war schon lange tot, ehe ich geboren ward. Und so geht es wohl allen- mehr als drei oder 4 Generationen ist nicht mehr fassbar. Alles andere ist Geschichte in Pfarrmatriken geschrieben- Papier sonst nichts. Das “ewige Leben” existiert nur in Deinem engsten Umkreis- sonst nicht.

  5. Helga Holzer

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    Auch ich war anwesend. Ich habe erst heute diese Einträge gelesen und bin
    erstaunt dass mein Bruder Ernst dir geschrieben hat. Wir hatten Tante Gunda
    und meinen Pipi-Onkel (keine Ahnung wie er zu diesem Namen kam!) alle
    sehr lieb. Nur es liegt in der Natur der Dinge, dass je älter man selber wird das Umfeld der Lieben die man noch hat weniger wird.
    Deshalb sollte man denen die man noch hat sagen dass man sie liebhat - nicht erst wenn sie nicht mehr sind………
    Lieber Walter ich hab dich lieb!
    Lieber Ernsti ich hab dich lieb.

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