
Mobilität bedeutet mehr Freiheiten, mehr Platz, mehr Chancen. Wer heute ein Handy kauft, das auch eine Kamera ist, die auch ein Adressbuch ist, die auch im Web surfen kann …, hat mehr als genug. Aber Dinge, die nichts richtig können, weil sie das menschliche Maß und die menschlichen Bedürfnisse leugnen, dabei aber unglaublich umfassend sind, sind nichts weiter als unpraktisch. Hunderte Menü-Unterfunktionen in einem Gerät, kleiner als eine Zigarettenschachtel, sind nur für Menschen interessant, die nichts zu tun haben oder nicht darüber nachdenken, was sie tun. Die Benutzung solcher Apparate kostet Zeit und Nerven. Sie sind eine unter dem Deckmantel der Freiheit daherkommende Freiheitsberaubung. Alles können und haben wollen, aber nichts davon richtig erledigen können. Solche Leute glauben auch, dass man aus Buchstabensuppe einen Roman schreiben kann.
Vor allem aber: Man will dabei sein. 30 Jahre Computerisierung haben bei den wenigsten Leuten zu einem sinnvollen und planvollen Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik geführt. Man muss mitmachen, weil man sonst out ist. Das schafft enormen Stress. Wer nicht multimedial ist, immer das schnellste Gerät hat und nach Möglichkeit jederzeit erreichbar, gilt als Depp. Das ist Technikgläubigkeit, die mit Wissen und Mobilität nichts zu tun hat. Denn: Wenn der Mensch nichts mehr weiß, wird er gläubig.
Ich weiß nicht ob ich mein Handy wirklich brauche, wirklich immer “verfügbar” sein möchte. Ich war bei den ersten die eins hatten. Vorteile und auch Imagegewinn, waren damals gewaltig, heute empfinde ich es als störend. Wirklich Wichtiges lässt sich via Mail besser erledigen, wirklich Angenehmes erledige ich immer noch lieber persönlich. Und darum glaube ich wieder an das gute alte Festnetz. Also bitte: löscht meine Handynummer und notiert die neue (alte) Festnetznummer:
+43-1-7108680

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