
Die Grüne Wirtschaft veranstaltet eine Konferenz mit dem Thema: “Game Over – Die Zukunft der Finanzwirtschaft nach dem Crash”. Zitat auf der Einladung (pdf):
[…] Kann man die angeblich schuldigen Investmentbanker allein verantwortlich machen, oder sind wir alle “Mittäter” eines ausser Kontrtolle gratenen Systems? Gehen wir nach kurzer Panik wieder zur Tagesordnungs über, oder besteht die Chance, eine neue Weltfinanzordnung zu entwickeln? Kann und wird die Politik die Märkte zügeln, oder wird aus dem Ende mit Schrecken ein Schrecken ohne Ende? […]
Soweit so gut, aber wofür bitte braucht es auch noch ein “Finanzkrisen Gewinnspiel”. Welcher Hirsekopf zeichnet dafür verantwortlich und wer textet so einen Schwachsinn?

Farbklima: harmonisch
Schriftauswahl: zeitlos
Spationierung der Buchstaben: gewagt
Öffentlicher Kommentar: treffend
Sympathiefaktor: 9 von 10
(bisserl Luft nach oben muss man sich lassen)

Auf unserem ersten abendlichen Ausgang seit Beginn unserer Elternschaft, Grund dafür war weniger das Verlangen nach Nightlife sondern der erste Elternabend in der Kindergruppe, führte uns der Weg vorbei an den Schaukästen der hiesigen Gemeindekirche. Man kennt das ja: Auf Bastelbögen unterschiedlichster Farbe verschneiden sich Clipart-Kreationen mit sich an den Ecken aufdrehenden Madonnen und Heiligenbildchen, die von der bleichenden Sonne auch schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und dazwischen dann ein bisschen Schriftgeschnipsel das mich immer an Erpressebriefe erinnert. So in etwa stell ich mir die Hölle für Grafiker und Typographen vor, aber was soll´s, man kann sich ja vorstellen wie da gewerkelt wird.
Aber die Aufforderung, oder besser das “Bitte Hilfe”-Gewinsel lässt mich nun nicht mehr los. Wofür soll man denn nun beten?
… dass Herr Ratzinger aus dem Vatikan über Nacht weg darf?
… dass er im Flughafentransferbus einen Sitzplatz bekommt?
… dass er während des Fluges auch mal ins Cockpit darf?
… dass ihm sein Gepäck nicht abhanden kommt?
… dass er nicht vergisst zu Hause die Herdplatte abzudrehen?
Wofür lässt sich in dieser Causa noch beten?
Frau Dusilova versteht das Geschrei um Herrn Ratzinger auch nicht wirklich, schreibt aber wesentlich besser als ich.

Was früher einmal Schaufensterdekorateur hiess, nennt man bei H&M heute »Visual Merchandiser«. Puma´s Personalabteilung sucht ebenfalls und zwar nach einem »Floor Supervisor«, was nichts anderes als ein Verkäufer ist. Ich bin da schon viel genügsamer. Ich wünsch mir für unsere Billa-Filiale nur eine »Friendly Sausagecutterin«.

Gemütlicher Aufkleber für den Fahrstuhlboden. In der Kombination damit, gäb´s dann nochmals eine Steigerung.
[via]

Themengerechtes Plakat zum 31. Geburtstag des Playboy in Brasilien.
[via sloganmaker]

Lieb! Mein Bürgermeister wünscht mir einen schönen Sommer. 4-färbiges Plakat, Format A1, flächendeckend im Raum Wien affichiert. Selbst bezahlt?

Nach »Das Boot« und »Der Sturm« kommt nun mit Poseidon ein weiterer Film von Regisseur Wolfgang Petersen in die Kinos, dessen zentrale Umgebung das Meer ist. Poseidon ist ein Remake gähn des 1972 erschienenen »Poseidon Adenture«, indem eine Riesenwelle, ausgelöst von einem Erdbeben, ein Atlanktikkreuzschiff auf hoher See zum Kentern bringt, sodass der Ozeanriese also kieloben im Wasser liegt. Nichts gegen Remakes, aber ich frage mich immer ob Produzenten wirklich nichts mehr Neues einfällt, oder ob man, wie in diesem Fall, nun endlich in der Vermarktungsphase der Tsunamikatastrophe von 2004 angelangt ist. Whatever, jedenfalls schien es nahe zu liegen, für das Filmplakat den Titel einfach auf den Kopf zu stellen.
Mit dem kreativen Ordnungssinn eines Plakatierer hat man allerdings nicht gerechnet, der durch eine unbeabsichtigte Guerillamarketingaktion dem Plakat ein völlig neues Gesicht verleiht.
02. Juli 2006, 21:47
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»In jeder Beziehung zählen die Menschen«, das freut mich natürlich, wenn die »Erste-Bank« das so sieht. Ich geh mal davon aus, sie wollen dass sich Kunden angesprochen, sind ja auch nur Menschen. Normalerweise kämpfe ich ja eher mit meinem Vorurteil, Banken ginge es nur vordergründig um Menschen. Eigentlich setzen sie alles daran, Menschen vom ersten Selbstverdienten an, in Abhängigkeitsverhältnisse zu locken die fast nicht auflösbar sind.
Umso mehr zieht mich dieser Satz in seinen Bann, klebt er doch auf dem Schaufenster einer der Filialbetriebe, eben dieser humanitär orientierten Bankengruppe. Doch dann, was muss mein Auge jeh entdecken? In dieser Filiale gibt es gar keine Menschen, Geldauszahlung nur beim Blechtrottel, nix Beziehung! Hoffentlich funktioniert er wenigstens, der Herr Bankomat. Sagt man nicht: Strom weg, Beziehung weg! (Oder so ähnlich)


Anti-Raucherkampagne aus Indien für die Cancer Patients Aid Association. Das Poster hängt an der Decke von Raucherzonen in der Stadt. Verdientes Bronze in Cannes, Agentur: Everest Brand Solutions.
[via Houtlust]