The Google Job Experiment

Genial kreative Job-Bewerbung von Alec Brownstein.

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Das Internet ist ein Kulturraum

Mit den Formulierungen Digital Natives und Digital Immigrants konnte ich mich nie so richtig anfreunden. Da wird der Umgang mit Onlinemedien anhand des Geburtsjahrgangs definiert. In seiner aktuellen Studie zeichnet Dr. Peter Kruse anhand von Heavyusern ein Bild der tatsächlichen Einwohner des Internets. Und er identifitziert und beschreibt die völlig konträren Gruppen der Digital Residents & Digital Visitors.

Auf der re:publica 2010 hat er einen ausserordentlich schnell gesprochenen Vortrag darüber gehalten, wie das Internet unser Wertesystem, und dadurch Gesellschaft und Wirtschaft verändert. Sein Fazit: Wir stecken bereits mittendrin in einem radikalen Wandel. Wobei “stecken” auch wörtlich zu verstehen ist. Eine Diskussion über die Frage Internet, Ja oder Nein ist müßig. Es geht nur mehr um Wie und Warum. Der kulturelle und gesellschaftliche Wandel ist nicht mehr zu stoppen. Außer man schaltet das System ab. Worauf warten wir also noch?

[youtube DNbD3bCijS4]
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[youtube Z7sWUcAn8JI]

Das ganze Interview bei Youtube: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

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Selbstbewusste Bullen

redbullcreative

Auf Projektebene beginnt das neue Jahr vielversprechend: zwei Identity-Projekte mit neuen Kunden, das bedeutet viel Recherchearbeit in neuem Terrain. Im Zuge der Recherche zu Organisationssoftware bin ich gerade über den Link zu Red Bull Creative gestolpert. Die hausinterne Agentur von Red Bull bietet ihre Leistungen auch anderen Auftraggebern an. Ziemlich abgefahrene Idee, denn man verzichtet gänzlich auf das “Wir sind so toll”-Gesülze. Es gibt nicht mal eigenen Webspace, denn die Startseite führt zu einem Kommentar eines Forumeintrag bei Ads of the World, einem Archiv für Werbung. Auch die drei Menüpunkte sind Einträge in anderen Foren. Passend zum Thema, findet man die Philosophie als Kommentar in einem Esoterikforum, das Portfolio findet man in einem Bastelforum und die Kontaktseite linkt zu einer Dating-Plattform. Nette Idee für die es eine gehörige Portion Selbstbewusstsein braucht. Allerdings gibt es bei Red Bull wenig zu verlieren. Bin trotzdem gespannt wie lange es dauert bis die Forenbetreiber reagieren. Schliesslich nutzt man einen mehr oder weniger öffentlichen Raum für kommerzielle Zwecke.

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Leitfaden Online-Marketing

Und noch ein Gratis-Download: Bis 24.12. verschenkt Thorsten Schwarz seinen “Leitfaden Online-Marketing” (pdf, 850 Seiten!). Sehr interessant die Kapitel über Sprache im Internet mit Hintergrundwissen zu Leseverhalten und Wahrnehmung. Oder wussten Sie schon, dass Lesen am Bildschirm 25 Prozent länger dauert als das Lesen gedruckter Texte; oder dass die ersten 50 Millisekunden entscheiden ob ich sich ein Besucher auf einer Webseite wohl fühlt und sich orientieren kann.

Hier gehts zum Download »

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Ebay hat ein Problem: Ebay

ebay

Man sollte meinen, dass in wirtschaftlich dynamischen Zeiten ein Marktplatz für gebrauchte Dinge, die günstig von Privat an Privat gehandelt werden, florieren sollte. Die Zugriffszahlen von Ebay.com sprechen eine andere Sprache, der Konzern meldet im Oktober 08 einen Rückgang der Besucherzahlen von 62 auf 49 Millionen/Monat im Vergleich zu 01/07. Das bedeutet 13 Millionen weniger, ein Verlust von satten 20 Prozent! Für Europa sehen die Zahlen besser aus. Noch. Amazon lockt verstärkt Drittanbieter und kommt Ebay mehr und mehr ins Gehege, und spätestens wenn Anbieter wie Craiglist auch hierzulande Fuss fassen, wird sich das rasch ändern. Nebenbei hat der Konzern letzte Woche den Abbau von rund zehn Prozent der Arbeitsstellen weltweit angekündigt.

Gründe dafür gibt es viele, allen voran: Das Verlassen des Kerngeschäfts. Das Streben nach Wachstum hat das Geschäft kaputt gemacht hat. Ebay ist schon lange kein Auktionshaus mehr, viel zu viele Händler mit Festpreisangeboten. Gerade für die kann ein Einbruch der Besucherzahlen in Europa existenzbedrohend werden. Was passiert wenn der Vetriebskanal Ebay nicht mehr funktioniert? Alternativen sing gefragt, meine ich. Auch Anleger, die mit Ebay-Aktien spekulieren sollten sich vielleicht auch mal anderswo orientieren. Seit Jahresbeginn büsste der Konzern bereits mehr als die Hälfte seines Börsenwerts ein.

Das Image des Marktführers ist angekratzt und leidet zudem noch an einer tendentiell negativen Presse, die in letzter Zeit vermehrt über Betrugsfälle berichtet. Nebenbei sind die Anteile, die eBay für die Transaktion kassiert zu hoch. Bei gleichzeitiger Penetration von stumpfsinnigen Werbebanner. Klickt das Zeug eigentlich wirklich jemand an? Von Design und Benutzerfreundlichkeit ganz zu Schweigen. Das ist schlicht weg Scheisse unübersichtlich. Ich hab mal 15 Minuten gebraucht um einen Link für das Editieren einer Shopseite zu finden.

Für Hin und Wieder Nutzer wie meinereins bringt das nur Vorteile. Ebays Probleme sind für Anbieter mit frischen Ideen die Chance um sich am Platzhirschen vorbei zu etablieren.

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Bemerkenswertes aus der digitalen Welt

Glaserei

Anfang der 90er, damals als Rechner mit 80 mb Festplatte schon State Of The Art waren, erfreute mich allmonatlich die vorletzte Seite von Tempo. Ein gewisser Peter Glaser unterzog dort in seiner Kolumne »Glasers heile Welt« der technischen Lebensart jener noch Internetfreien Zeit einer amüsant kritischen Begutachtung.

Glaser über Glaser: “1957 als Bleistift in Graz geboren, wo die hochwertigen Schriftsteller für den Export hergestellt werden; lebt als Schreibprogramm in Berlin”

In zwei Videointerviews beim elektrischen Reporter, bespricht er die Anfänge des Computerzeitalters aus seiner Sicht. Mit poetischem Witz und so, dass auch Nicht-IT-ler nicht jedes zweite Wort sich ergooglen müssen. Und jetzt bloggt er. Das Design, wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann, ist unterirdisch. Ok, da muss man durch. Aber dafür gibts ja eh RSS.

Wir sehen uns in die Glaserei »

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Informationskompetenz

Stefan Niggemeier, freier Medienjournalist schreibt in seinem Artikel bei Zeit-Online über die Macht des Internets und die Ohnmacht der klassischen Medien:

Viele Argumente gegen die neuen Publikationsformen im Netz beruhen auf der Annahme, dass sich in dem ganzen Gewusel gute Informationen überhaupt nicht durchsetzen können. Doch darin steckt eine Geringschätzung des Publikums. Einiges spricht dafür, dass die Menschen Qualität als solche durchaus erkennen können. Das mag bei einer wachsenden Auswahl schwierig erscheinen – bei fehlender Auswahl war es das aber umso mehr. Und all den Schlamm, in dem die Trüffel stecken, werden wir lernen zu ignorieren.

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Barfuss im Netz

Klingt wie ein Filmtitel, ist aber keiner. Vielmehr habe ich die meiste Zeit unseres Workshops so verbracht. Vier Tage Wissensvermittlung über zeitgemässe Kommunikationsformen gemeinsam mit Rita und Christiane von Sonnos.

Vier besondere Tage.

Im Internet, speziell im Web 2.0 ist technologisches Wissen zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Viel wichtiger ist ein Verständnis für Begriffe wie Informationskompetenz oder Social Networking. Das lässt sich nicht allein am Laptop vor dem Beamer vermitteln, dafür braucht es ein anderes Setting. Das Geheimnis dieses Workshops sind die wechselnden Erfahrungsräume. Kommunikation auf verschiedensten Ebenen: Vorträge, Gesprächsrunden, RappelZappel-Körperübungen und gemeinsames Arbeiten im Projektblog gestalten den Semiarablauf. Und das inmitten herrlicher Natur und bei frühsommerlichen Temperaturen. Was will man mehr.

Update: Die Vorträge:

[slideshare id=385283&doc=webzwonull-1209765498569570-8]

[slideshare id=385979&doc=informationskompetenz-1209822334574950-8]

[slideshare id=385257&doc=www-1209762740268825-8]

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So geht das*

*unser Jüngster, wenn er grundlegende Mechanismen seiner Welt entdeckt.

Letzte Woche habe ich begonnen in unserer Blogroll aufzuräumen, Leichen raus und wirklich Wesentliches rein. Ist nicht viel übriggeblieben, aber Quantität war ohnehin nie mein Fokus. Frisch reingenommen in unsere Blogroll und verlinkt habe ich Amadelio, ein Videoblog das ich seit über einem Jahr verfolge. Amadelio zeigt geradlinig gefilmte Interviews mit Künstlern und anderen Menschen die inspirierend Meinung vertreten.

Blogs haben es so an sich, dass Sie untereinander kommunizieren. Soll heissen, wenn ich einen Link auf eine andere Seite setze, bleibt das dort nicht unbemerkt. Und so kam es, dass ich einen Tag nach der Aktualisierung meiner Blogroll feststellte, dass nun auch Amadelio mit einem Link auf unsere Seite verwies. Unter der Überschrift “Wichtiges und Beliebtes” findet man nun den Link zu Einvoll in prominenter Nachbarschaft gleich unter Christoph Schlingensief. Da kommt Freude auf. Noch mehr Freude dann, beim Lesen des alt-Textes “Form follows Function“.

Liebes Amadelio, Danke!

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Kostet fast nix.

XING, die Plattform für Businesskontakte, ist das Vorzeigemodell für den 2.0 Hype und den Einsatz von Social Software und präsentiert sich auch sonst vielerorts als eierlegende Wollmilchsau. 2003 gegründet, mit kolportierten 2.65 Mio Mitgliedern bietet die Plattform, bei richtiger Anwendung, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil in der Aquise und bei der Pflege bestehender Kontakte. Es gibt dabei zwei Anmeldungsmodelle: den kostenlosen Standardaccount mit eigener Profilseite und Suchfunktionen ohne Detailtiefe und das kostenpflichtige Premiummodell (5,95 €/Monat) mit voller Transparenz aller Abfragekriterien, Zugang zu umfangreichen Themengruppen und vielen weiteren Kommunikationsangeboten.

Ich mache immer wieder die Erfahrung dass XING unterschätzt wird. Gehört hat man vielleicht schon davon, aber wozu soll man sich das antun? Undurchsichtig, zu kompliziert argumentieren die Einen, kein Bedarf meinen Andere und vergessen dabei vorschnell dass es nicht nur um die Selfmarketing geht sondern auch um eine kraftvolle Informationsquelle über mögliche Partner, Mitarbeiter, Konkurenten oder Lieferanten.

Auf der anderen Seite kann man bei XING-Mitgliedern oft auch die gegenteilige Erfahrung machen, nähmlich eine starke Überschätzung der Möglichkeiten solcher Netzwerkcommunities. Durch eine Anmeldung allein ist es noch nicht getan, es braucht, wie im physischen Leben die eigene Aktivität und das Zugehen auf Kontakte. Mit dem Unterschied dass man im Internet bereits vor einer Kontaktaufnahme sehr viel über sein Gegenüber weiss, weit mehr als im realen Leben möglich wäre. In letzter Zeit bemerke ich aber auch vestärkt einen gewissen Aktionismus bei der Kontaktsuche. Anfragen von Personen mit oft mehreren Tausenden eigenen Kontakten oder Anfragen die einen Serienbriefartigen Anfragetext senden begegne ich von vorherein mit Vorbehalten.

Wirklich grosse Fehler werden aber oft in den eigenen Profilseiten gemacht: Nicht, oder falsch ausgefüllte Selbstdarstellung, kein persönliches Bild, keine regelmässige Aktualisierung, keine Information über das eigene Angebot, soll heissen die Felder ich biete/ich suche nicht ausgefüllt, keine, oder auch zuviele Kontaktmöglichkeiten und vor allem ein fehlender persönlicher Stil.

Ich persönlich begnüge mich ja mit einem Standardaccount, reicht in den meisten Fällen aus (wenn ich wirklich neugierig bin verwende ich den Premiumaccount meiner Frau ;-) Ich bin auch bei der Auswahl meiner Kontakte wählerisch. Ich finde Selektion gut, das schärft den Blick fürs Wesentliche. Das ist nicht anders als im realen Leben. Und wenn ich bedenke dass sich über XING echte Neukontakte mit Projektbeauftragungen ergeben haben, ist der Aufwand für Aktualisierung und Pflege meines Accounts der unter der Verzehrzeit eines mittelgrossen Latte Macchiatto liegt vernachlässigbar gering.

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