
Es gehört eine Menge Mut und Eigensinn dazu, einen Film zu machen in dem 164 Minuten lang so gut wie nichts passiert. Philip Gröning´s grandioser Film Die grosse Stille erklärt sich nicht. Wer aber hinguckt und hinhört, kann eine Menge erleben.
Erzählt wird vom Leben in der “Grande Chartreuse”. So heißt das Gründungskloster des fast tausend Jahre alten Ordens der Karthäuser-Schweigemönche in den französischen Alpen bei Grenoble. Als Philip Gröning 1984 um eine Drehgenehmigung bei den Mönchen ansuchte, sagte man ihm er möge 10-13 Jahre warten. Es dauerte 16 Jahre, bis die Genehmigung kam.
So einen Film wird man so schnell nicht wiedersehen. Er braucht das Kino, die grosse Leinwand, die Dunkelheit, die erzwungene Unbeweglichkeit im Kinosessel. Daheim im Patschenkino sind die Ablenkungen zu gross. Auch darin ist er ein Gegenentwurf zur Modernität unseres Alltags. Er wirft die Frage auf, was Religion und Glaube heute noch bedeuten können, wo die Medien uns mit Weltjugendtagen, Religions- und Esokitsch vergewaltigen.
Hier gibt es nur Stille.

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