
Skandinavische Filme sind lakonisch, trocken, skurril und kauzig – das könnte man als ein weit verbreitetes Vorurteil bezeichnen, wenn es nicht so oft ins Schwarze treffen würde. Auch Kitchen Stories glänzt mit diesen Paradeeigenschaften des skandinavischen Films, und gewinnt einen mit seiner charmanten Eigenwilligkeit in Windeseile. Und das, obwohl Geschwindigkeit nicht gerade Charakteristikum dieses Films ist: Mit einer bedächtigen Ruhe, die man sich bei ständigen tiefen Minusgeraden wohl so aneignet, entwickelt Kitchen Stories seine Geschichte und baut die schwierige Beziehung zwischen seinen Hauptfiguren genussvoll und vor allem hochgradig wortkarg auf:
Marktforscher sind ein Übel. Erst recht, wenn die Datensammler im eigenen Haus ihre Zelte aufschlagen. Für einen kauzigen Single wird dieser Alptraum wahr, als in seinem norwegischen Dorf das schwedische Forschungsinstitut für Heim und Haushalt einfällt. In einer Studie soll das Verhalten von Junggesellen in ihrer Küche untersucht werden. Die Regeln sind hart: Auf dem eigens entworfenen Hochsitz in der Küche zeichnet der staatliche Beobachter jeden Schritt seines Probanden akribisch nach, doch Interaktion ist strengstens untersagt. Keine Hilfestellung, kein Gespräch, kein persönlicher Kontakt. Da hat man in der Praxis natürlich seine liebe Not. Jeglicher Kontakt zwischen den beiden ist verboten, um die Ergebnisse nicht zu gefährden. Doch schon bald macht sich der Probant einen Spaß daraus, das Experiment zu boykottieren. Nach und nach bricht die Versuchsanordnung zusammen.
Unbedingt ansehen!

Harald Scheirich 25. April 2005, 15:29
Dem kann ich nur herzhaft zustimmen. Kitchen Stories ist ein auf jeden Fall ein Film den es sich lohnt anzusehen. Eine Abwechslung für alle die den skandinavischen Film nur mit den oft deprimierenden Bildern der Dogme Filmemacher verbinden.