ONE TO von Marianne Maderna

Zwischen den monumentalen Säulen in der abgedunkelten Halle des Semper Depots stehen, liegen, krümmen sich eine Gruppe von Drahtfiguren. Dreimeterhoch, im Schwarzlicht neongelb leuchtend, jede für sich allein. Das Vernisagenpublikum ist fast nicht wahrzunehmen und verliert sich in der Dunkelheit und Grösse des Raumes. Obwohl, in Haltung und Ausdruck unterschiedlich, wecken die Skulpturen Gefühle wie Gleichförmigkeit, Identitätsverlust, Teilnahmslosigkeit und Voyeurismus. An einer Wand läuft eine raumhohe SW-Projektion. Ein junger Sandler, der sich kaum auf den Beinen halten kann, scheint mit seiner Körpersprache die Modellvorlage für die Haltung der Figuren zu sein. Besucher werfen Schatten in die Projektion und scheinen Teil der Handlung zu werden. Sehenswerte, gelungene Inszenierung, meinen wir, und lassen uns ein Glas Weissen schmecken. Jedoch, hochwattige Kommerzgroovies á la Lenny Kravitz veranlassen uns dann zu einem raschen Aufbruch. Die Faust auf´s Aug, wie der Wiener so schön sagt.

Heute morgen finden wir auf einem Flyer zur Ausstellung einen Text von Goschka Gawlik (2 mb, mp3). Hut ab, die Dame hat vielleicht ein Fremdwörtervokabular! Wir meinen, dass es trotzdem schön wäre, wenn Kunsttheoretiker verständlich wären und ein Interessierter nicht das Gefühl hätte, ein völliger Trottel zu sein. Entweder denkt Frau Gawlik so kompliziert oder sie hat einfach kein Interesse, dass man sie versteht, oder man will einfach unter sich bleiben. Künstlerisches Jägerlatein sozusagen! Wir haben jedenfalls herzhaft gelacht!

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